Was ist der Vivaldi Browser?
Vivaldi ist ein kostenloser, Chromium-basierter Webbrowser aus Norwegen, der Datenschutz, Anpassbarkeit und werbefreies Surfen in den Mittelpunkt stellt. Als europäische Alternative zu Google Chrome bietet Vivaldi integrierte Werbe- und Trackerblocker, Ende-zu-Ende-verschlüsselte Synchronisation über Server in Island sowie vollständige Kompatibilität mit Chrome-Erweiterungen und den Chromium DevTools.
Hinter Vivaldi steht Jon Stephenson von Tetzchner, Mitgründer und ehemaliger CEO von Opera Software. Nachdem Opera 2016 an ein chinesisches Konsortium verkauft wurde, gründete er Vivaldi Technologies AS in Oslo mit dem Ziel, einen Browser zu entwickeln, der konsequent auf Nutzerinteressen statt auf Datensammlung setzt. Das Geschäftsmodell basiert nicht auf Nutzerdaten, sondern auf Partnerschaften mit datenschutzfreundlichen Suchmaschinen wie DuckDuckGo und Ecosia.
Für Webentwickler ist Vivaldi besonders interessant: Der Browser bringt die vollständigen Chromium DevTools mit, ergänzt um Features wie eingebaute Screenshot-Funktion, Web Panels, Notizen und ein leistungsstarkes Tab-Management mit Workspaces. In Kombination mit dem konsequenten Datenschutz-Ansatz und der EU-konformen Datenverarbeitung macht das Vivaldi zu einem spannenden Werkzeug für Developer, die Wert auf digitale Souveränität legen.
Inhaltsverzeichnis
Vivaldi installieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die Installation von Vivaldi ist unkompliziert und dauert nur wenige Minuten. Der Browser ist für Windows (ab Version 10), macOS (ab Big Sur 11), Linux (.deb und .rpm) sowie iOS und Android verfügbar. Auf allen Plattformen erfolgt der Download über vivaldi.com/download.
Windows: Lade die .exe-Datei herunter und starte den Installer. Du kannst zwischen drei Installationsarten wählen: Für alle Benutzer, nur für den aktuellen Benutzer oder als eigenständige (portable) Installation. Die eigenständige Variante eignet sich besonders, wenn du Vivaldi parallel zu einem anderen Browser testen möchtest, ohne dein System zu verändern.
macOS: Lade die .dmg-Datei herunter, öffne sie und ziehe Vivaldi in den Programme-Ordner. Beim ersten Start bestätigt macOS die Sicherheitsabfrage – Vivaldi ist offiziell von Apple notarisiert.
Linux: Lade das passende Paket (.deb für Debian/Ubuntu, .rpm für Fedora/openSUSE) herunter und installiere es über den Paketmanager. Alternativ kannst du das offizielle Repository einbinden, um automatische Updates zu erhalten:
# Vivaldi Repository (Debian/Ubuntu)
wget -qO- https://repo.vivaldi.com/archive/linux_signing_key.pub | gpg --dearmor | sudo tee /usr/share/keyrings/vivaldi-browser.gpg > /dev/null
echo "deb [signed-by=/usr/share/keyrings/vivaldi-browser.gpg] https://repo.vivaldi.com/archive/deb/ stable main" | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/vivaldi.list
sudo apt update && sudo apt install vivaldi-stable
Mobil: Vivaldi ist im Google Play Store, als APK über F-Droid und im Apple App Store verfügbar. Die mobile Version unterstützt Synchronisation mit der Desktop-Variante über Ende-zu-Ende-verschlüsselte Server in Island.
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Erste Schritte nach der Installation
Nach dem ersten Start führt Vivaldi durch einen Einrichtungsassistenten, in dem du Sprache, Theme, Tab-Position und die Standard-Suchmaschine festlegen kannst. Anders als bei Chrome ist Google nicht voreingestellt – stattdessen stehen datenschutzfreundliche Alternativen wie DuckDuckGo, Startpage und Ecosia zur Wahl.
Die wichtigsten Einstellungen für Entwickler findest du unter Einstellungen → Datenschutz und Sicherheit. Hier kannst du den integrierten Tracker- und Werbeblocker in drei Stufen konfigurieren: nur missbräuchliche Werbung blockieren, Tracker blockieren oder aggressives Blocking. Für die meisten Entwickler empfiehlt sich die mittlere Stufe, die Tracker blockiert, aber funktionale Elemente nicht beeinträchtigt.
Besonders praktisch für den Entwicklungsalltag: Vivaldi erlaubt eine separate Suchmaschine für private Fenster. So kannst du beispielsweise Google für die reguläre Arbeit nutzen und DuckDuckGo für private Recherchen einsetzen. Die Synchronisation von Lesezeichen, Passwörtern und Einstellungen über mehrere Geräte läuft Ende-zu-Ende-verschlüsselt – selbst Vivaldi kann die synchronisierten Daten nicht einsehen.
Datenschutz und europäische Datenverarbeitung
Vivaldi Technologies AS hat seinen Sitz in Oslo, Norwegen und unterliegt damit den strengen europäischen Datenschutzgesetzen inklusive DSGVO. Die Sync-Server stehen in Island – einem Land mit besonders hohen Datenschutzstandards innerhalb des EWR. Das unterscheidet Vivaldi grundlegend von Chrome (Google, USA), Edge (Microsoft, USA) und Safari (Apple, USA).
Die Datenschutzrichtlinie von Vivaldi ist bewusst kurz gehalten und macht klare Aussagen: Kein Profiling, kein Data Mining, kein Verkauf von Nutzerdaten an Dritte. Die einzige regelmäßige Kommunikation mit Vivaldi-Servern ist ein täglicher Ping über HTTPS, der eine anonyme Installations-ID, die Browser-Version, CPU-Architektur und Bildschirmauflösung übermittelt – keine besuchten URLs, keine Browsing-Daten.
Wichtig zu wissen: Als Chromium-basierter Browser enthält Vivaldi einige Google-Integrationen wie die Safe Browsing API und Google-DNS, die standardmäßig aktiviert sind. Beides lässt sich in den Einstellungen deaktivieren. Auch die Suchvorschläge sind bei Vivaldi standardmäßig ausgeschaltet – ein Punkt, in dem der Browser datenschutzfreundlicher konfiguriert ist als Chrome oder Edge.
Für Unternehmen, die im Rahmen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) ihre digitale Infrastruktur auf DSGVO-Konformität prüfen, ist Vivaldi eine interessante Option: Ein europäischer Browser mit transparenter Datenschutzrichtlinie, der keine externen Tracker benötigt und alle Chrome-Erweiterungen für Accessibility Testing unterstützt. Weitere europäische Software-Alternativen für DSGVO-konforme Workflows findest du auf IT aus Europa.
Vivaldi DevTools und Features für Webentwickler
Vivaldi bringt die vollständigen Chromium DevTools mit – dieselben Entwicklertools, die auch in Chrome verfügbar sind. Du öffnest sie mit F12, über das Menü unter Tools → Entwicklertools oder per Rechtsklick → Element untersuchen. Alle Panels wie Elements, Console, Network, Performance, Application und Lighthouse stehen uneingeschränkt zur Verfügung.
Darüber hinaus bietet Vivaldi Funktionen, die im Entwicklungsalltag echten Mehrwert schaffen. Die eingebaute Screenshot-Funktion erstellt Aufnahmen der gesamten Webseite – nicht nur des sichtbaren Bereichs. Web Panels erlauben es, beliebige Websites in einer Seitenleiste zu fixieren, ideal für Dokumentation, API-Referenzen oder Chat-Tools während der Entwicklung. Die integrierte Notiz-Funktion synchronisiert Code-Snippets und Ideen über alle Geräte.
Das Tab-Management mit Tab-Stacking, Tab-Tiling (Split-Screen-Ansicht) und benannten Workspaces macht Vivaldi besonders produktiv beim Arbeiten mit mehreren Projekten gleichzeitig. Command Chains erlauben es, eigene Befehlsketten per Tastenkombination oder Mausgeste auszulösen – perfekt für wiederkehrende Entwicklungsaufgaben wie das Öffnen bestimmter URLs in einer bestimmten Anordnung.
Da Vivaldi auf Chromium basiert, funktionieren alle Chrome-Erweiterungen: React DevTools, Vue DevTools, Lighthouse, axe DevTools für Accessibility Audits, Wappalyzer und alle weiteren Extensions aus dem Chrome Web Store sind vollständig kompatibel.
Vivaldi vs. Chrome vs. Firefox: Vergleich für Entwickler
Chrome bleibt der De-facto-Standard für Webentwicklung – nicht weil der Browser besser ist, sondern weil er den größten Marktanteil hat und viele Entwickler ihre Seiten primär für Chrome testen. Vivaldi bietet dieselbe Rendering-Engine (Blink) und dieselben DevTools, sodass Testergebnisse identisch sind. Der entscheidende Unterschied liegt im Datenschutz: Chrome übermittelt regelmäßig Daten an Google, Vivaldi tut das nicht.
Firefox setzt auf die eigene Gecko-Engine und bietet mit dem Firefox Profiler und dem Accessibility Inspector starke eigene Entwicklertools. Für Cross-Browser-Testing ist Firefox unverzichtbar. Vivaldi und Firefox ergänzen sich hervorragend: Vivaldi deckt die Chromium-Welt ab, Firefox die Gecko-Engine – beide mit einem Fokus auf Datenschutz.
Beim RAM-Verbrauch liegt Vivaldi trotz seiner vielen Features auf einem ähnlichen Niveau wie Chrome. Die integrierten Tools (Mail, Kalender, Feed-Reader, Notizen) ersetzen allerdings mehrere Erweiterungen, was den Gesamtverbrauch in der Praxis reduzieren kann. Die Tab-Hibernation-Funktion, die inaktive Tabs in einen Ruhezustand versetzt, spart zusätzlich Ressourcen – ein Feature, das weder Chrome noch Firefox in dieser Form bieten.
Fazit: Vivaldi als Entwickler-Browser mit europäischem Datenschutz
Vivaldi vereint die technische Kompatibilität von Chrome mit einem konsequenten europäischen Datenschutz-Ansatz. Für Webentwickler bedeutet das: Dieselben DevTools, dieselben Extensions, dasselbe Rendering – aber ohne dass eure Browsing-Daten bei Google landen. Die zusätzlichen Produktivitäts-Features wie Workspaces, Tab-Tiling und Command Chains machen Vivaldi zu einem ernstzunehmenden Werkzeug im Entwicklungsalltag.
Besonders für Unternehmen und Agenturen, die sich mit DSGVO-Konformität und digitaler Souveränität beschäftigen, ist Vivaldi eine spannende Wahl. Der Browser zeigt, dass leistungsfähige Webentwicklung und Datenschutz kein Widerspruch sein müssen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die Installation, den Datenschutz und die Nutzung von Vivaldi als Browser für Webentwicklung und tägliches Surfen.
Was ist Vivaldi und warum ist er 2026 eine relevante Chrome-Alternative?
Vivaldi ist ein kostenloser Chromium-basierter Browser aus Norwegen mit integriertem Werbeblocker, Trackerschutz und Ende-zu-Ende-verschlüsselter Synchronisation. 2026 ist er besonders relevant, weil das Bewusstsein für europäische Datenschutz-Alternativen zu US-Browsern wie Chrome und Edge wächst und Vivaldi alle Chrome-Extensions unterstützt.
Wie installiert man Vivaldi 2026 auf Windows, macOS und Linux?
Auf vivaldi.com/download den passenden Installer herunterladen und starten. Windows bietet drei Installationsarten, macOS nutzt eine .dmg-Datei und Linux installiert über .deb- oder .rpm-Pakete. Das offizielle Repository ermöglicht automatische Updates über den Paketmanager.
Ist Vivaldi 2026 wirklich kostenlos und wo ist der Haken?
Vivaldi ist vollständig kostenlos und werbefrei. Das Geschäftsmodell basiert auf Partnerschaften mit Suchmaschinen wie DuckDuckGo und Ecosia, die für die Platzierung als Standard-Suchmaschine zahlen. Es werden keine Nutzerdaten verkauft – das bestätigt die bewusst kurz gehaltene Datenschutzrichtlinie.
Welche DevTools bietet Vivaldi 2026 für Webentwickler?
Vivaldi enthält die vollständigen Chromium DevTools mit allen Panels: Elements, Console, Network, Performance, Application und Lighthouse. Zusätzlich bietet Vivaldi eingebaute Screenshot-Funktionen, Web Panels für Dokumentation und eine Notiz-Funktion für Code-Snippets.
Wie sicher ist Vivaldi im Vergleich zu Chrome und Firefox 2026?
Vivaldi sammelt keine Browsing-Daten und erstellt keine Nutzerprofile. Die Sync-Server stehen in Island unter europäischem Datenschutzrecht. Im Gegensatz zu Chrome übermittelt Vivaldi keine besuchten URLs an den Hersteller. Gegenüber Firefox bietet Vivaldi denselben Datenschutzfokus, aber mit Chromium-Kompatibilität.
Funktionieren alle Chrome-Extensions in Vivaldi?
Ja, da Vivaldi auf Chromium basiert, funktionieren alle Extensions aus dem Chrome Web Store. Das umfasst React DevTools, Vue DevTools, axe DevTools für Accessibility-Tests, Lighthouse, Wappalyzer und alle anderen Chrome-Extensions ohne Einschränkung.
Wo stehen die Vivaldi-Server und wie ist der DSGVO-Status?
Vivaldi Technologies AS sitzt in Oslo, Norwegen. Die Sync-Server stehen in Island – beides innerhalb des EWR mit vollem Schutz durch die europäische DSGVO. Das macht Vivaldi zu einem der wenigen Browser, deren gesamte Infrastruktur unter europäischem Datenschutzrecht liegt.
Kann man von Chrome zu Vivaldi wechseln ohne Datenverlust?
Vivaldi bietet beim ersten Start einen Import-Assistenten, der Lesezeichen, Passwörter, gespeicherte Formulardaten und den Browserverlauf aus Chrome, Firefox, Edge und Opera übernimmt. Der Wechsel ist in wenigen Minuten erledigt und alle Chrome-Extensions können direkt weiterverwendet werden.
Was ist der Unterschied zwischen Vivaldi und Brave Browser?
Beide sind Chromium-basiert und datenschutzorientiert. Vivaldi kommt aus Europa (Norwegen) und setzt auf maximale Anpassbarkeit und integrierte Produktivitätstools. Brave kommt aus den USA und fokussiert auf Kryptowährung (BAT-Token) und aggressives Adblocking. Für Entwickler bietet Vivaldi mehr Workflow-Features.
Eignet sich Vivaldi für Accessibility-Testing und barrierefreie Webentwicklung?
Ja, Vivaldi unterstützt alle Chromium-basierten Accessibility-Tools: den integrierten Accessibility Inspector in den DevTools, Lighthouse Accessibility Audits und Extensions wie axe DevTools. In Kombination mit Firefox für Gecko-spezifische Tests deckt Vivaldi die Chromium-Seite des Cross-Browser-Testings für Barrierefreiheit vollständig ab.
Wie konfiguriert man den Vivaldi-Werbeblocker optimal?
Unter Einstellungen → Datenschutz und Sicherheit → Tracker- und Werbeblocker stehen drei Stufen zur Wahl. Für Entwickler empfiehlt sich die mittlere Stufe, die Tracker blockiert, aber keine funktionalen Website-Elemente beeinträchtigt. Für bestimmte Seiten lässt sich der Blocker einzeln deaktivieren.
Unterstützt Vivaldi die Synchronisation zwischen Desktop und Mobil?
Ja, Vivaldi synchronisiert Lesezeichen, Passwörter, offene Tabs, Notizen und Einstellungen zwischen Desktop und Mobilgeräten. Die Synchronisation läuft Ende-zu-Ende-verschlüsselt über Server in Island. Selbst Vivaldi kann die synchronisierten Daten nicht mitlesen.
Was sind Command Chains in Vivaldi und wie nutzt man sie als Entwickler?
Command Chains sind benutzerdefinierte Befehlsketten, die mehrere Aktionen in einer Tastenkombination zusammenfassen. Entwickler können damit zum Beispiel mit einem Shortcut drei Tabs mit bestimmten URLs öffnen, in einer Tiling-Anordnung platzieren und die DevTools starten – ideal für wiederkehrende Test-Setups.