Was ist tmux?
tmux (Terminal Multiplexer) ist ein Open-Source-Tool, das mehrere Terminal-Sessions innerhalb eines einzigen Fensters verwaltet. Entwickler können Sessions in tmux starten, zwischen ihnen wechseln und sie im Hintergrund weiterlaufen lassen – selbst bei unterbrochener SSH-Verbindung. Damit ist tmux das Rückgrat jedes professionellen Terminal-Workflows.
Für Vibe Coder hat der Terminal Multiplexer 2026 eine besondere Bedeutung: KI-Coding-Agents wie Claude Code und OpenCode nutzen Panes in tmux direkt für ihre Agent Teams. Split-Pane-Mode, Session-Persistenz und parallele Workflows machen das Werkzeug unverzichtbar in der KI-gestützten Entwicklung.
Das Projekt wurde 2007 von Nicholas Marriott als BSD-lizenzierte Alternative zu GNU Screen veröffentlicht und ist Teil des OpenBSD-Basissystems. Die aktuelle Version tmux 3.6a (Dezember 2025) bringt native Scrollbars, Mode 2031 Theme-Support und verbesserte Unicode-Unterstützung. Mit über 42.000 GitHub-Stars gehört tmux zu den meistgenutzten Entwickler-Tools weltweit.
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Als offizieller Cypress.IO Ambassador, Speaker auf internationalen Konferenzen und YouTube-Creator für führende Testing-Tools weiß er genau, worauf es bei digitaler Qualität ankommt. Sein Fokus: KI-Systeme (wie Claude 3 und Mistral AI), die nicht nur Texte generieren, sondern echte Geschäftsprozesse für lokale Dienstleister automatisieren und messbare Ergebnisse liefern.
tmux 3.6 – Die wichtigsten neuen Features
Nach über einem Jahr Entwicklung erschien Version 3.6 am 26. November 2025, gefolgt vom Bugfix-Release 3.6a am 5. Dezember 2025. Das Update bringt mehrere lang erwartete Neuerungen, die besonders für Vibe-Coding-Workflows relevant sind.
Native Scrollbars: Die neue Option pane-scrollbars ermöglicht erstmals echte Scrollbars direkt in Panes. Wer mit KI-Agents wie Claude Code arbeitet, kennt das Problem: Die Ausgabe scrollt schnell aus dem Sichtbereich. Mit nativen Scrollbars behält man den Überblick, ohne in den Copy-Mode wechseln zu müssen.
Mode 2031 Theme-Support: Der Server erkennt automatisch, ob das Terminal ein helles oder dunkles Theme verwendet, und meldet dies an Programme weiter. Auf Terminals ohne eigene Mode-2031-Unterstützung rät tmux das Theme anhand der Hintergrundfarbe. Das verbessert die Darstellung von Syntax-Highlighting in KI-gestützten Editoren erheblich.
Erweiterte Format-Operatoren: Boolesche Ausdrücke in der Konfiguration unterstützen jetzt beliebig viele Argumente mit && und ||, dazu kommen ! und !! für Negation. Neue Variablen für Buffer-, Session- und Cursor-Style-Informationen ermöglichen komplexere Statusbar-Konfigurationen.
Bessere Unicode-Unterstützung: Regionale Indikator-Symbole und Emoji-Modifier werden korrekt verarbeitet, Hangul-Füllzeichen beim Rendering ignoriert. Für internationale Teams und Entwickler, die Emoji in ihren Commit-Messages verwenden, ein wichtiges Detail.
# Scrollbars aktivieren (tmux 3.6+)
set -g pane-scrollbars on
# History-Limit erhöhen für lange KI-Ausgaben
set -g history-limit 50000
# Version prüfen
tmux -V
tmux und Claude Code Agent Teams
Der wichtigste Grund, warum tmux 2026 zum Pflicht-Tool für Vibe Coder geworden ist: Claude Code Agent Teams setzen den Terminal Multiplexer als Backend für den Split-Pane-Modus voraus. Wenn Claude Code mehrere KI-Agenten parallel koordiniert, bekommt jeder Agent seinen eigenen Pane. So sieht man alle Agenten gleichzeitig arbeiten – Code-Review in einem Pane, Tests in einem anderen, Refactoring im dritten.
Die Konfiguration ist denkbar einfach: tmux installieren, eine Session starten und Claude Code darin ausführen. Claude erkennt die Umgebung automatisch und nutzt Split-Panes für Teammates. In der settings.json lässt sich das Verhalten explizit steuern:
# Session starten
tmux new-session -s dev
# Claude Code innerhalb der Session starten
claude
# Agent Teams nutzen automatisch Split-Panes
# Manuell konfigurierbar in settings.json:
# { "teammateMode": "tmux" }
Auch OpenCode und andere Terminal-basierte KI-Agents profitieren von tmux. Die Kombination ermöglicht Workflows, die mit reinen IDE-basierten Tools nicht möglich sind: langlebige Sessions über Tage hinweg, Detach und Reattach bei SSH-Verbindungsabbrüchen, und die Möglichkeit, KI-Agents im Hintergrund arbeiten zu lassen.
Wichtige Einschränkung: Der Split-Pane-Mode funktioniert aktuell nicht im integrierten VS-Code-Terminal, in Windows Terminal oder in Ghostty. Für Agent Teams benötigt man ein eigenständiges Terminal mit tmux oder alternativ iTerm2 auf macOS.
tmux installieren und konfigurieren
tmux ist in allen gängigen Paketmanagern verfügbar und benötigt keine aufwändige Konfiguration. Die Standardeinstellungen funktionieren sofort, individuelle Anpassungen erfolgen über die Datei ~/.tmux.conf.
# macOS (Homebrew)
brew install tmux
# Ubuntu / Debian
sudo apt update && sudo apt install tmux
# Fedora / RHEL
sudo dnf install tmux
# Arch Linux
sudo pacman -S tmux
# Version prüfen
tmux -V
# tmux 3.6a
Wichtig beim Update von 3.5 auf 3.6: Das Protokoll hat sich geändert. Nach dem Update muss der Server vollständig neu gestartet werden. Andernfalls erscheint eine Fehlermeldung beim Attach. Am sichersten: alle Sessions beenden, dann tmux kill-server ausführen und neu starten.
Eine sinnvolle Grundkonfiguration für Vibe-Coding-Workflows umfasst drei Bereiche: Tastenkürzel anpassen, History-Limit erhöhen und Mouse-Support aktivieren:
# ~/.tmux.conf – Konfiguration für Vibe Coding
# Prefix auf Ctrl-a ändern (ergonomischer)
unbind C-b
set -g prefix C-a
bind C-a send-prefix
# Maus-Support aktivieren
set -g mouse on
# History-Limit für lange KI-Ausgaben
set -g history-limit 50000
# Scrollbars aktivieren (tmux 3.6+)
set -g pane-scrollbars on
# Pane-Splitting mit intuitiven Keys
bind | split-window -h -c "#{pane_current_path}"
bind - split-window -v -c "#{pane_current_path}"
# Vim-artige Pane-Navigation
bind h select-pane -L
bind j select-pane -D
bind k select-pane -U
bind l select-pane -R
# 256-Farben-Support
set -g default-terminal "screen-256color"
set -ag terminal-overrides ",xterm-256color:RGB"
Praxis-Setup: Claude Code im Popup mit persistenter Session
Ein besonders eleganter Workflow stammt von Takuya Matsuyama (craftzdog): Claude Code läuft in einer separaten Session, die über ein Popup-Fenster aufgerufen wird. Das Popup lässt sich jederzeit schließen und wieder öffnen – die Claude-Code-Konversation bleibt erhalten.
Der Trick besteht darin, verschachtelte Sessions zu nutzen. Die äußere Session ist der normale Arbeitsbereich, die innere hält Claude Code am Leben. Beim Schließen des Popups wird nur die Verbindung getrennt, nicht der Prozess selbst.
# In ~/.tmux.conf einfügen:
bind -r y run-shell '\
SESSION="claude-$(echo #{pane_current_path} | md5sum | cut -c1-8)"; \
tmux has-session -t "$SESSION" 2>/dev/null || \
tmux new-session -d -s "$SESSION" \
-c "#{pane_current_path}" "claude"; \
tmux display-popup -w80% -h80% \
-E "tmux attach-session -t $SESSION"'
Mit Prefix + y öffnet sich ein 80%-Popup mit Claude Code. Für jedes Projektverzeichnis wird automatisch eine separate Session angelegt (über den MD5-Hash des Pfads). So hat man pro Projekt eine eigene Claude-Code-Konversation, die beliebig lange weiterläuft.
I've been using Claude Code in my terminal workflow. At first, I was running it at the right side of my terminal using tmux, but I found it not useful because it was too narrow. I started using popup windows – press a keybinding, get a Claude Code session, dismiss it, and pick up right where you left off.
Essenzielle Plugins für Vibe Coding mit tmux
Das Plugin-Ökosystem wird über den TPM (Tmux Plugin Manager) verwaltet. Drei Plugins sind für KI-gestützte Workflows besonders relevant:
# TPM installieren
git clone https://github.com/tmux-plugins/tpm \
~/.tmux/plugins/tpm
# In ~/.tmux.conf einfügen:
set -g @plugin 'tmux-plugins/tpm'
set -g @plugin 'tmux-plugins/tmux-resurrect'
set -g @plugin 'tmux-plugins/tmux-continuum'
set -g @plugin 'tmux-plugins/tmux-sensible'
# Auto-Restore nach Neustart
set -g @continuum-restore 'on'
# TPM initialisieren (am Ende der .tmux.conf)
run '~/.tmux/plugins/tpm/tpm'
# Plugins installieren: Prefix + I
tmux-resurrect speichert den kompletten Workspace: Sessions, Windows, Panes und deren Inhalte. Nach einem Neustart des Rechners lässt sich das gesamte Entwicklungs-Layout mit einem Tastendruck wiederherstellen. tmux-continuum automatisiert diesen Prozess und speichert den Zustand alle 15 Minuten.
tmux-sensible setzt vernünftige Standardwerte, die die meisten Nutzer ohnehin manuell konfigurieren würden: UTF-8-Unterstützung, erhöhte History, schnellere Escape-Zeiten. Gerade für Einsteiger ein guter Startpunkt.
Für die visuelle Anpassung der Statusbar existieren spezialisierte Themes wie Dracula oder Catppuccin, die aktuelle Informationen wie Git-Branch, CPU-Auslastung und aktive Pane-Befehle anzeigen.
tmux vs. Zellij, Screen und native Terminal-Splits
tmux ist nicht die einzige Option, aber die relevanteste für Vibe Coding. Ein Vergleich mit den wichtigsten Alternativen zeigt, warum es die erste Wahl bleibt:
GNU Screen war der Vorgänger und funktioniert ähnlich, wird aber kaum noch aktiv weiterentwickelt. Die Konfiguration ist umständlicher, und Features wie natives Mouse-Support oder Plugin-Management fehlen. Für neue Projekte gibt es keinen Grund, Screen statt tmux zu wählen.
Zellij ist ein moderner, in Rust geschriebener Terminal-Multiplexer mit WebAssembly-Plugin-System und einer intuitiveren Benutzeroberfläche. Für Einsteiger ist Zellij zugänglicher. Allerdings wird Zellij von Claude Code Agent Teams aktuell nicht als Backend unterstützt – ein Feature-Request dafür existiert bereits auf GitHub.
Native Terminal-Splits (iTerm2, Kitty, Ghostty, Alacritty) bieten eigene Split-Funktionen, können Sessions aber nicht persistent machen. Bei Verbindungsabbrüchen oder Rechner-Neustarts gehen alle Panes verloren. Für lokale Entwicklung akzeptabel, für Remote-Workflows und KI-Agents unbrauchbar.
Die Empfehlung für 2026 ist eindeutig: tmux lernen lohnt sich. Es ist das einzige Tool, das sowohl Session-Persistenz als auch Claude Code Agent Teams unterstützt. Der Lernaufwand zahlt sich in jedem terminalbasierten Workflow aus – ob mit oder ohne KI.
Roadmap und Zukunft von tmux
tmux folgt keiner festen Roadmap mit öffentlichen Meilensteinen – die Entwicklung läuft klassisch Open-Source-getrieben über den GitHub-Issue-Tracker und Beiträge der Community. Maintainer Nicholas Marriott (nicm) hat das Projekt seit 2007 kontinuierlich weiterentwickelt, mit stabilen Major-Releases im Jahresrhythmus.
Aus den aktuellen GitHub-Diskussionen lassen sich mehrere Entwicklungsrichtungen ablesen:
- Verbesserte Sixel-Unterstützung: Inline-Grafiken in Panes werden relevanter, besonders für KI-generierte Visualisierungen und Diagramme.
- Erweiterte Clipboard-Integration: OSC 52 Clipboard-Support wird kontinuierlich verbessert, was Copy/Paste zwischen Sessions und dem System-Clipboard nahtloser macht.
- Performance-Optimierungen: Rendering-Geschwindigkeit bei vielen Panes und großen Scrollback-Buffern – direkt relevant für Multi-Agent-Workflows.
Die wachsende Bedeutung von tmux als Infrastruktur für KI-Agents ist ein Trend, den Nicholas Marriott nicht vorhergesehen hat. Tools wie Claude Code, Gemini CLI und OpenCode haben den Terminal Multiplexer unerwartet in den Mittelpunkt moderner Entwickler-Workflows gerückt. Das dürfte die Entwicklung weiter beschleunigen.