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Aktualisiert:
Autor:
Roland Golla
Grüner KI Code stürzt aus einer Zitadelle über eine Bahn in eine Rakete

Was KI Agenten bei uns nicht dürfen

KI Agenten dürfen bei Never Code Alone viel, fünf Dinge aber nie. Sie schreiben Code, legen Texte im CMS an und arbeiten jeden Tag in unserem Stack. Die Grenzen stehen hier, mit Grund und mit dem, was wir stattdessen tun.
Fast jeder Artikel zählt auf, was Agenten alles können. Spannender ist die Gegenfrage: Was lasst ihr sie bewusst nicht tun? Erst an dieser Antwort sieht man, ob ein Team schon mit Agenten gearbeitet hat oder nur darüber redet.
Den Anstoß gab ein Artikel von Dataport über agentische KI. Dort geht es um ein Mail Postfach, und Jonas Leinen würde dem Agenten dabei keine Schreib- und Löschrechte geben. Für die Mail sehen wir das genauso. Beim Coding geht es so nicht, denn ein Agent ohne Schreibrecht schreibt auch keinen Code. Also mussten wir unsere Grenze woanders ziehen.
Inhalt
NCA KI Workshop für Developer

Agentic Coding im Team, nicht nur im Glossar

Ein Tag inhouse mit Benjamin Klein für Developer, Tester und Admins. Context Engineering, Harness, ADRs und zwei Hands on Blöcke mit KI Agenten in eurem Setup.

  1. 1
    Kostenloses Vorgespräch
    Stand, Rollen und Ziele klären
  2. 2
    Workshoptag bei euch
    Praxis am Vormittag, Hands on danach
  3. 3
    Praxistag optional
    Agenten im eigenen Projekt
Benjamin Klein
Benjamin Klein
Senior Consultant
Zum Workshop für Developer arrow_forward

Regeln für KI Agenten mit NCA und schnelle Hilfe vom Experten

Unsere Grenzen sind im eigenen Alltag entstanden. Bei uns laufen Agenten mit OpenCode am Code und über eigene MCP Server an Sulu und n8n. Darum beginnt bei uns jedes Agent Setup mit der Frage, was schiefgehen darf.
Wir setzen die NCA Agentic AI Coding Guardrails in bestehende Projekte ein, bauen Quality Gates für KI Code und verbinden Firmendaten sicher über die NCA MCP Middleware. Riskante Stellen prüfen wir im Vibe Coding Security Audit, und im NCA KI Workshop für Developer übt euer Team das am eigenen Code.

Warum Schreibrechte allein noch nichts entscheiden

Das beste Beispiel dafür kommt von Johannes Wachter, Core Developer bei Sulu und Mitglied im Symfony AI Core Team. Sein Notiz Agent darf Dateien schreiben und kann trotzdem kaum etwas kaputt machen. Wir haben seinen Aufbau im Beitrag Symfony AI Agent und sichere Schreibrechte eingeordnet.
Der Trick ist einfach. Alles, was eine Datei berührt, läuft durch eine einzige Klasse. Sie erlaubt nur bestimmte Pfade und lehnt jedes Überschreiben ab. Selbst wenn das Modell sich falsch entscheidet, kommt es nicht weiter. Daraus haben wir drei Fragen für jede Grenze abgeleitet:
  • Wie groß ist die Schreibfläche? Fachliche Tools sind besser als freier Zugriff auf alles.
  • Wer setzt die Regel durch? Was nie passieren darf, gehört in Code oder Konfiguration, ein Satz im Prompt reicht dafür nicht.
  • Lässt sich der Schaden zurückholen? Git, Drafts und Papierkorb machen einen Fehler billig.
Johannes nennt noch einen Punkt, den viele übersehen: „captured text is also input“. Jeder Text, den ein Agent liest, kann also sein Verhalten beeinflussen. Sobald Mails oder Webseiten in einen Agenten laufen, gehört diese Frage ganz nach vorne. Was rund um das Modell passiert, zählt oft mehr als das Modell selbst, das zeigen wir auch am Agent Harness.

Unsere fünf roten Linien im Überblick

Das erlauben wir nicht Was sonst passieren kann Was wir stattdessen tun
Live schalten ohne Freigabe Fehler landen direkt bei Nutzern Drafts und Tests, ein Mensch gibt frei
Legacy Code autonom umbauen Änderungen ohne Sicherheitsnetz Erst Quality Gates, dann manuell mit KI Hilfe
Echte Daten an externe Modelle Kundendaten verlassen das Haus Lokales Setup mit Fake Daten
Fakten erfinden Falsche Zahlen und Zitate wirken echt Quelle nennen oder weglassen
Ohne Budgetgrenze laufen Ein Loop verbrennt Tokens ohne Ergebnis Harte Limits im Proxy

Kein Agent schaltet etwas ohne Freigabe live

Unsere Agenten recherchieren, schreiben und legen Seiten in Sulu als Draft an. Live geht eine Seite erst nach der Freigabe durch einen Menschen. Auch Headerbilder werden vor dem Upload geprüft.
Beim Code hilft ein CI Gate, das rote Builds stoppt, egal wie sicher sich das Modell ist. Wo ein Fehler teurer wird, sollte die Grenze im System stehen. Wie Freigabe und Nachweise im Loop zusammenspielen, zeigt der Governed Agent Loop.

Kein Agent baut allein Legacy Code um

Alter Code hat oft keine Tests. Ein Agent kann ihn zwar schnell ändern, aber niemand merkt, was er dabei kaputt macht. Darum drehen wir die Reihenfolge um:
  1. Statische Analyse, Unit Tests, Functional Tests und Cypress E2E einrichten.
  2. Erst danach aufräumen, stark manuell und mit KI als Werkzeug.
Oft ist der bessere Weg ohnehin raus aus dem Legacy, mit einem parallelen neuen Projekt. Mehr dazu steht unter AI Code Refactoring.

Externe Modelle sehen keine echten Daten

Coding Modelle, die nicht auf eigener Infrastruktur laufen, arbeiten bei uns nur gegen lokale Setups mit Fake Daten. Das hat einen großen Vorteil: Das Team kann jede passende Coding KI nutzen, weil im Setup nichts Echtes liegt.
Die Testdaten kommen bei uns aus Faker. KI Funktionen im Produkt, die echte Daten verarbeiten, laufen getrennt davon im passenden Netz. Wie das aussehen kann, beschreiben wir unter Self Hosted KI für Unternehmen.

Kein Agent erfindet Fakten

Diese Linie ist die schwerste, denn ein Modell klingt auch dann sicher, wenn es falsch liegt. Technisch lässt sich das kaum komplett verhindern. Darum gilt bei uns eine einfache Regel: Zahlen, Zitate und Kundenbeispiele brauchen eine Quelle, sonst fliegen sie raus.
Die letzte Kontrolle bleibt beim Menschen. Das Zitat auf dieser Seite haben wir zum Beispiel direkt im Original geprüft. Warum KI an einer Stelle glänzt und an der nächsten danebenliegt, erklärt die Jagged Frontier.

Kein Agent läuft ohne Budgetgrenze

Ein Agent arbeitet in einer Schleife, bis er fertig ist oder jemand ihn stoppt. Hängt er fest, läuft die Rechnung weiter. Wie dieser Kreislauf funktioniert, zeigt Agent Looping.
In unseren Projekten sitzt darum LiteLLM als Proxy davor. Er zeigt Tokens und Kosten und setzt harte Limits. Wird das Budget erreicht, ist Schluss, auch wenn der Agent gerade überzeugt ist, dass er es gleich schafft.

Was Agenten bei uns ausdrücklich dürfen

Rote Linien sind kein Misstrauensvotum. Sie machen den Rest erst frei. Weil die gefährlichen Stellen gesichert sind, lassen wir Agenten an vielen Stellen laufen, ohne jeden Schritt abzunicken:
  • Code schreiben und ändern, im Projekt und im Terminal
  • Tests und statische Analyse ausführen und auf Fehler reagieren
  • Recherchieren und Quellen zusammentragen
  • Texte, Tabellen und ganze Seiten als Draft bauen
  • Interne Links prüfen und Blöcke im CMS umbauen
Wer jede Aktion einzeln bestätigt, verliert das Tempo und klickt irgendwann nur noch blind auf Ja. Lieber wenige harte Grenzen als viele Rückfragen. Mehr zum Arbeiten mit mehreren Agenten steht unter Agentic Coding.

So zieht ihr eure eigenen Grenzen

Diese Tabelle könnt ihr als Vorlage nehmen. Passt sie an eure Systeme an und besprecht sie einmal im Team.
Stufe Gilt für Beispiele
Erlauben Alles, was sich leicht zurückholen lässt Code im Branch ändern, Tests starten, Dateien lesen
Nachfragen Alles, was andere sehen oder was nach außen geht Commit, Pull Request, Mail senden, Seite veröffentlichen
Verbieten Alles, was sich nicht zurückholen lässt oder Secrets berührt Force Push, Produktivdaten löschen, .env lesen

So sieht die Vorlage in OpenCode aus

OpenCode kennt genau diese drei Stufen als allow, ask und deny. Dieses Beispiel ist ein Startpunkt für eure opencode.json. Bei mehreren passenden Mustern gewinnt die letzte Regel, darum stehen die Ausnahmen unten.
Code:
          

{
  "$schema": "https://opencode.ai/config.json",
  "permission": {
    "edit": "allow",
    "read": {
      "*": "allow",
      "*.env": "deny",
      "*.env.*": "deny",
      "*.env.example": "allow"
    },
    "bash": {
      "*": "ask",
      "git status*": "allow",
      "git diff*": "allow",
      "git push *": "deny",
      "rm *": "deny"
    }
  }
}

Laut OpenCode Dokumentation bleiben deny Regeln auch im Auto Modus aktiv. Trotzdem ersetzt so eine Datei keine Sandbox. Ein Muster prüft nur den Befehl, und ein Skript kann intern immer noch löschen. Darum gehören die wichtigsten Grenzen zusätzlich auf die Ebene von Git, Server und Pipeline. Die Regeln für den Agenten selbst legt ihr in rules.md und AGENTS.md ab. Was sich in der neuen Hauptversion ändert, steht im Beitrag zu OpenCode 2.0.

Ich würde einem KI-Agenten keine Schreib- und Löschrechte geben.

Jonas Leinen, Team Agentische KI bei Dataport – Dataport Newsroom

Wie wir Teams bei ihren roten Linien helfen

Die Grenzen eines Teams lassen sich nicht einfach kopieren. Ein Shop hat andere Risiken als ein internes Tool. Darum schauen wir uns zuerst an, was bei euch nicht zurückzuholen ist. Danach legen wir fest, welche Regel wohin gehört.
Für den Einstieg eignet sich das Vibe Coding Onboarding. Liegt schon viel KI Code im Projekt, zeigt ein Codebase Audit den Stand. Für Entscheider sind die Kontrollstrategien für den KI Einsatz ein guter Start, die rechtliche Seite erklärt unser Eintrag zum EU AI Act. Wer Agenten mit Symfony baut, findet die Bausteine im Glossar für Symfony AI.
CYPRESS.IO Ambassador und IT Consultant für QA Engenieering und Qualität in PHP Projekten.
NCA Vibe Coding Consulting

Roland Golla ist Entwickler aus Leidenschaft – seit über 20 Jahren. Er hat hunderte Projekte begleitet, von Legacy-Refactoring bis KI-Integration. Bei Vibe Coding verbindet er das Beste aus beiden Welten: Die Geschwindigkeit von KI-generiertem Code mit der Qualität professioneller Softwareentwicklung. Kein Bullshit, keine Agentur-Floskeln – direkte Hilfe von jemandem, der selbst täglich im Code steckt.

Häufige Fragen zu Regeln für KI Agenten

Die wichtigsten Antworten zu Rechten, Freigaben und Grenzen für KI Agenten im Team.
Was sollte ein KI Agent nicht dürfen?

Ein KI Agent sollte nichts tun dürfen, was sich nicht zurückholen lässt oder ohne Prüfung nach außen geht. Dazu zählen endgültiges Löschen, Veröffentlichen ohne Freigabe und der Umgang mit Zugangsdaten. Auch echte Kundendaten gehören nicht an externe Modelle. Welche Grenzen genau passen, hängt vom Risiko eurer Systeme ab.

Darf ein KI Agent Schreibrechte bekommen?

Ja, beim Coding geht es gar nicht ohne. Wichtig ist, wo er schreiben darf und wie ein Fehler zurückgeholt wird. Eine kleine Schreibfläche, Regeln im Code, Git und menschliche Freigabe halten den Schaden klein. Bei einem Mail Postfach kann die richtige Antwort anders ausfallen, weil eine gesendete Mail nicht zurückkommt.

Was bedeutet Human in the Loop bei KI Agenten?

Human in the Loop heißt, dass Menschen an festgelegten Stellen eingebunden bleiben. Sie prüfen Ergebnisse, geben Aktionen frei oder treffen die Entscheidung selbst. Das muss nicht jeder einzelne Schritt sein. Sinnvoll sind Freigaben dort, wo ein Fehler teuer wird oder andere ihn sehen, zum Beispiel beim Veröffentlichen einer Seite.

Reichen Regeln im Prompt als Grenze für einen Agenten?

Nein. Ein Prompt beeinflusst das Modell, er erzwingt aber nichts. Was nie passieren darf, gehört in Code, Berechtigungen oder Pipeline. Prompt und Rules Files sind trotzdem sinnvoll, weil sie dem Agenten Richtung geben und Fehlversuche sparen. Die harte Grenze muss aber auch dann halten, wenn das Modell falsch entscheidet.

Wie setze ich Berechtigungen in OpenCode?

In der opencode.json legt ihr unter permission für Tools wie edit, read und bash die Stufen allow, ask oder deny fest. Für einzelne Befehle und Pfade gibt es Muster, und bei mehreren Treffern gewinnt die letzte Regel. Deny bleibt laut Dokumentation auch im Auto Modus aktiv. Eine Sandbox ersetzt das aber nicht.

Warum darf ein Agent bei NCA keinen Legacy Code allein umbauen?

Legacy Code hat oft zu wenige Tests. Ein autonomer Agent würde dort schnell ändern, und niemand sähe, was dabei bricht. Darum richten wir zuerst Quality Gates ein, also statische Analyse, Unit Tests, Functional Tests und Cypress E2E. Danach räumen wir stark manuell mit KI Hilfe auf oder bauen parallel ein neues Projekt.

Wie schütze ich Kundendaten beim Einsatz von Coding Agenten?

Am einfachsten liegen im Entwicklungssetup gar keine echten Daten. Bei uns arbeiten Coding Modelle außerhalb der eigenen Infrastruktur nur gegen lokale Umgebungen mit Fake Daten aus Faker oder mit anonymisierten Daten. Dann kann das Team passende Modelle frei wählen. KI Funktionen im Produkt, die echte Daten verarbeiten, plant ihr getrennt davon.

Wie begrenze ich die Kosten eines KI Agenten?

Setzt harte Budgets vor die Modelle, bevor ein Agent lange allein läuft. Ein Proxy wie LiteLLM zeigt Tokens und Kosten pro Nutzer und stoppt beim Limit. Zusätzlich hilft eine Obergrenze für Tool Aufrufe im Agenten. So bleibt ein festgefahrener Loop ein kleines Problem und wird nicht zu einer großen Rechnung.

Was ist Prompt Injection bei KI Agenten?

Bei einer Prompt Injection stehen Anweisungen in einem Text, den der Agent verarbeitet, zum Beispiel in einer Mail oder auf einer Webseite. Das Modell kann sie mit Aufträgen verwechseln. Darum sollte fremder Inhalt als Daten gelten, und Agenten mit Zugriff auf fremde Texte brauchen besonders enge Rechte und Freigaben für Aktionen nach außen.

Bremsen rote Linien die Arbeit mit KI Agenten nicht aus?

Im Gegenteil, wenige harte Grenzen machen Agenten schneller. Wer die gefährlichen Stellen gesichert hat, muss nicht jeden kleinen Schritt bestätigen. Zu viele Rückfragen führen oft dazu, dass Menschen blind zustimmen. Klärt deshalb einmal im Team, was erlaubt, was nachgefragt und was verboten ist, und lasst den Rest laufen.

Wie finde ich die richtigen Grenzen für mein Team?

Listet auf, welche Systeme ein Agent erreichen kann. Fragt dann bei jeder Aktion: Lässt sie sich zurückholen, sehen andere das Ergebnis und berührt sie Secrets oder echte Daten? Daraus ergeben sich die Stufen erlauben, nachfragen und verbieten. Prüft die Liste regelmäßig, denn mit neuen Tools wächst auch die Reichweite eines Agenten.

Was kostet die Hilfe von NCA bei Regeln für KI Agenten?

Es gibt keine festen Pakete. Wir starten mit einem kostenlosen Kennenlernen und schauen uns euer Setup an. Danach schätzen wir den Aufwand und rechnen transparent nach Minuten ab. So bezahlt ihr nur die Zeit, die wirklich an eurem Projekt anfällt, ob für ein einzelnes Setup oder für längere Begleitung.