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Autor:
Roland Golla
Grüne Lupe durchleuchtet schwarze Box mit Zahnrädern, gelbes REA Schild

Was ist REA?

REA (Reverse Engineer Anything) ist ein Open Source MCP Server, der Coding Agents mit Werkzeugen für Reverse Engineering verbindet. Der Agent untersucht damit eine fertige App ohne Quellcode, erklärt, wie ein Feature funktioniert, und legt die Belege dafür offen.

Das Projekt liegt unter MIT Lizenz auf GitHub und läuft mit Node.js. REA erfindet keine neue Dekompilier Technik. Es bindet bewährte Werkzeuge wie Ghidra, Hopper und IDA an und macht sie für den Agent per Model Context Protocol aufrufbar. Dieselben Funktionen gibt es auch als Kommandozeile.

Untersucht werden native Binaries, JavaScript und Electron Apps, .NET Assemblies, Android APKs, Websites, Netzwerkmitschnitte und Firmware. Die Analyse läuft lokal. Jedes Ergebnis kommt mit Evidenz und den Grenzen der Aussage zurück. Das ist der Punkt, an dem REA sich von einem Agent unterscheidet, der einfach rät.

Inhalt

REA mit NCA: Agents, die Belege liefern statt raten

Wir arbeiten jeden Tag mit Coding Agents und sehen, wo sie kippen. Ein Agent erklärt gern Code, den er nie gesehen hat. REA setzt genau dort an: erst Fakten aus dem Binary, dann die Erklärung, dann der Nachbau. Diese Reihenfolge kennen wir aus unserer Arbeit mit Quality Gates. Spannend ist das vor allem bei altem Code, dessen Quellen niemand mehr findet. Dort hilft REA, Verhalten zu verstehen, bevor ein neues Projekt sauber daneben entsteht.

Wir helfen Teams beim Vibe Coding Consulting, richten OpenCode als Coding Agent ein und zeigen, wie Agent Skills sauber im Projekt landen. Wer wissen will, was in einer Codebase wirklich steckt, startet mit einem Codebase Audit. Für den Nachbau gelten danach dieselben Quality Gates für KI Code wie für jedes andere Feature.

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Benjamin Klein
Benjamin Klein
Senior Consultant
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REA installieren und mit dem Coding Agent verbinden

REA braucht Node.js ab Version 22.19 oder 24.11 samt npm. Der Einstieg ist ein einziger Befehl. Der Setup Assistent erkennt installierte Agents, zeigt jede geplante Änderung und schreibt erst nach deiner Freigabe. Bestehende Konfigurationen sichert er vorher.

Code:
          

npx --yes rea-agents@latest setup

Automatisch eingerichtet werden unter anderem Claude Code, Codex, Cursor und Gemini CLI. Jeder andere Agent mit Unterstützung für lokale MCP Server lässt sich von Hand anbinden. In OpenCode trägst du REA in die opencode.json ein:

Code:
          

{
"mcp": {
"rea": {
"type": "local",
"command": ["npx", "-y", "rea-agents@latest", "mcp"],
"enabled": true
}
}
}

Für reproduzierbare Setups pinnst du statt @latest eine feste Version. Danach den Agent neu starten und eine normale Frage stellen, etwa: Wie funktioniert die Suche in dieser App, zeig mir die Belege.

Wer lieber im Terminal bleibt, nutzt die Kommandozeile direkt. Ein entpacktes Electron Verzeichnis oder ein ASAR Archiv analysiert REA ohne zusätzliche Engine:

Code:
          

npx -y rea-agents@latest analyze-javascript-application /absolute/path/to/app --json

Zur Fehlersuche gibt es einen Diagnosebefehl, der nur liest und nichts verändert. Entfernt wird REA ebenso sauber: nur die eigenen Registrierungen und Skill Dateien verschwinden.

Code:
          

rea doctor --json
rea uninstall

So arbeitet REA: Evidenz statt Vermutung

Der Ablauf ist immer gleich. Du fragst deinen Agent nach einem Verhalten. Der Agent ruft REA per MCP auf. REA öffnet das Ziel in einer Analyse Engine, verfolgt die relevanten Funktionen und liefert drei Dinge zurück:

  • Code: Pseudocode, Assembly, Strings, Symbole, Aufrufe und Referenzen
  • Belege: wo genau im Ziel die Aussage herkommt
  • Unbekanntes: was REA nicht auflösen konnte, etwa berechnete Sprünge

Mit diesen Daten stellt der Agent Rückfragen, erklärt das Verhalten oder schreibt eine eigene Umsetzung und testet sie. Dass REA offene Punkte ausdrücklich benennt, ist für die Praxis wichtiger als jede Funktion. Ein Ergebnis mit markierten Lücken kannst du prüfen. Ein glatter Text ohne Quellen nicht.

Für native Analyse nutzt REA eine vorhandene Engine. Hopper kann der Setup auf Wunsch installieren, Ghidra und IDA bringst du selbst mit. Statische Analyse von JavaScript und .NET kommt ganz ohne Engine aus. Bei Ghidra startet REA jede Sitzung in einem temporären, schreibgeschützten Projekt und öffnet nie deine bestehenden Projekte.

Was REA analysieren kann

Der Umfang ist breit. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Ziele, was REA jeweils zurückgibt und was du dafür brauchst. Die Liste im Projekt ist länger und wächst schnell.

Ziel Was REA liefert Voraussetzung
Native Binaries Pseudocode, Assembly, Strings, Symbole, Aufrufe Hopper, Ghidra oder IDA
JavaScript und Electron Module, Imports, Source Maps, Routen, IPC Nur Node.js und npm
.NET Assemblies Metadaten, CIL Instruktionen, native Abhängigkeiten Keine, rein statisch
Android APKs Manifest, Klassen, dekompilierte Methoden JADX und ein volles JDK
Websites Seitenstruktur, Skripte, Netzwerkbeobachtungen Ein Browser auf Chrome Basis
Netzwerkmitschnitte Requests, Responses, offene Payloads HAR oder SAZ Datei
Firmware Regionen, Extraktion, Übergabe an native Analyse Binwalk oder Unblob unter Linux
SQLite Datenbanken Tabellen, Spalten, Indizes, Views, Trigger Lokaler Datenbank Snapshot

Praxisbeispiele aus dem Projekt

Das Projekt dokumentiert mehrere Fallstudien. Sie zeigen gut, wofür REA gedacht ist: ein konkretes Verhalten verstehen und belastbar nachbauen.

  • DX-Ball: Ein Sound Aufruf wird bis zur Funktion verfolgt, die aus der Position den Stereo Pan berechnet. Aus lückenhaftem Pseudocode entsteht C Code, der tausende Testfälle gegen das Original besteht.
  • Notion: Die Zwischenablage der Electron App wird vom Renderer über Preload und IPC bis in den Main Process verfolgt, inklusive Rich Clipboard Format.
  • TH04: In einem alten PC-98 Spiel werden 16 Bit Instruktionen gelesen und die Winkelberechnung für Projektilringe rekonstruiert.

Allen Beispielen gemeinsam: Am Ende steht kein kopierter Code, sondern eine eigene Umsetzung, die gegen das Original getestet wird. Genau so gehört das auch in Teams. Ohne Tests ist ein Nachbau nur eine Behauptung.

Rechtlicher Rahmen: was erlaubt ist und was nicht

Reverse Engineering ist kein rechtsfreier Raum. REA macht die Technik leichter, die Rechtslage bleibt dieselbe. Das Projekt selbst nennt als Zweck legale Forschung, Lehre, Interoperabilität, Softwareerhalt und die Analyse von Software, die dir gehört oder für die du eine Erlaubnis hast.

In Deutschland regelt das Urheberrechtsgesetz die Grenzen. § 69d UrhG erlaubt berechtigten Nutzern, die Funktion eines Programms zu beobachten, zu untersuchen und zu testen. § 69e UrhG erlaubt das Dekompilieren nur unter engen Bedingungen, vor allem um Interoperabilität mit einem eigenen Programm herzustellen. Lizenzbedingungen der Software spielen zusätzlich hinein. Wir sind keine Juristen, im Zweifel gehört die Frage zu einer Fachanwältin.

Dazu kommen die Werkzeuge selbst. Hopper, IDA und JEB sind kommerzielle Software mit eigenen Lizenzen. REA liefert keine Lizenz mit. Demo Versionen haben Grenzen, die der Hersteller festlegt. Geknackte Versionen und geteilte Schlüssel schließt das Projekt ausdrücklich aus.

Für Teams heißt das praktisch: Eigene Altsysteme, eigene Apps und Software mit klarer Erlaubnis sind der sichere Weg. Ein Feature der Konkurrenz einfach nachbauen zu lassen, ist es nicht.

Datenschutz und Betrieb: was lokal bleibt und was nicht

REA lädt die untersuchte App nicht auf einen fremden Dienst hoch. Die Analyse läuft auf deinem Rechner. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Die Ergebnisse gehen an deinen Coding Agent, und der schickt sie an sein Sprachmodell. Was dort mit den Daten passiert, regelt der Modellanbieter.

Für Firmen ist deshalb die Modellwahl die eigentliche Datenschutzfrage. Wir trennen das klar: Coding aus der Cloud, Datenverarbeitung aus dem eigenen Netzwerk. Große Modelle für die Analyse laufen über europäische Anbieter wie TensorX oder als Enterprise Option über Conversis. Welche Modelle ohne US Anbieter infrage kommen, zeigt unser Vergleich zur Modellauswahl ohne US Anbieter.

Ein zweiter Punkt betrifft die Laufzeit Analyse. Statische Prüfungen lesen nur Dateien. Bei Prozess Mitschnitten oder Browser Analyse führt REA das Ziel dagegen mit deinen Benutzerrechten aus. Unbekannte Binaries gehören deshalb in eine isolierte Umgebung, nie auf den Arbeitsrechner mit Zugang zu Kundensystemen.

Und das Projekt bewegt sich sehr schnell. Updates kommen oft, Fehler werden laufend behoben. Wer REA einsetzt, pinnt eine Version und aktualisiert bewusst statt automatisch.

Reverse engineer anything with agents, from app behavior down to native binaries.

REA README, Open Source Projekt unter MIT Lizenz – GitHub morluto/rea

REA im NCA Kontext: verstehen, testen, neu bauen

Wir ordnen REA als Werkzeug zum Verstehen ein, nicht zum Kopieren. Der stärkste Anwendungsfall liegt nah an unserem Alltag: altes System, Quellen weg oder unklar, keiner traut sich ran. Mit REA lässt sich das Verhalten Stück für Stück belegen. Daraus werden Tests. Und erst dann entsteht ein neues Projekt daneben, mit sauberer Basis statt Flickwerk im Altbestand.

Die Reihenfolge bleibt dabei immer gleich. Erst Quality Gates: statische Analyse, Unit Tests, funktionale Tests und End to End Tests mit Cypress. Dann der Umbau. Ein Agent, der aus Pseudocode einfach neuen Code baut, ersetzt das nicht. Er liefert Material, das ein Mensch prüft.

Passende Themen dazu: Agentic Coding Patterns für den Workflow drumherum, KI Code Review automatisieren für die Prüfung des Nachbaus, Fallow für Codebase Intelligence im eigenen Repo, Archify für geprüfte Architektur Diagramme und Headroom, wenn große Analyse Ergebnisse den Kontext sprengen. Wer das in die Pipeline heben will, schaut auf Vibe Coding CI/CD Pipelines.

CYPRESS.IO Ambassador und IT Consultant für QA Engenieering und Qualität in PHP Projekten.
NCA Vibe Coding Consulting

Roland Golla ist Entwickler aus Leidenschaft – seit über 20 Jahren. Er hat hunderte Projekte begleitet, von Legacy-Refactoring bis KI-Integration. Bei Vibe Coding verbindet er das Beste aus beiden Welten: Die Geschwindigkeit von KI-generiertem Code mit der Qualität professioneller Softwareentwicklung. Kein Bullshit, keine Agentur-Floskeln – direkte Hilfe von jemandem, der selbst täglich im Code steckt.

Häufige Fragen zu REA

Die wichtigsten Fragen zu Installation, Analyse Engines, Datenschutz, Rechtslage und Einsatz im Team.

Was ist REA 2026 genau?

REA steht für Reverse Engineer Anything. Es ist ein Open Source MCP Server mit Kommandozeile, der Coding Agents an Werkzeuge wie Ghidra, Hopper und IDA anbindet. Der Agent kann damit Apps ohne Quellcode untersuchen, Verhalten erklären und Belege liefern. Das Projekt steht unter MIT Lizenz und läuft mit Node.js.

Welche Coding Agents unterstützt REA 2026?

Der Setup Assistent richtet unter anderem Claude Code, Codex, Cursor und Gemini CLI automatisch ein. Jeder Agent mit Unterstützung für lokale MCP Server funktioniert über eine manuelle Registrierung. Dazu gehört auch OpenCode, dort trägst du REA als lokalen MCP Server in die opencode.json ein und startest den Agent neu.

Wie installiere ich REA 2026?

Mit Node.js ab 22.19 oder 24.11 reicht npx --yes rea-agents@latest setup. Der Assistent zeigt jede geplante Änderung und schreibt erst nach deiner Freigabe. Bestehende Konfigurationen sichert er vorher. Für dauerhafte Nutzung im Terminal installierst du das Paket rea-agents global über npm.

Ist REA 2026 kostenlos?

REA selbst ist frei unter MIT Lizenz. Kosten können an zwei Stellen entstehen. Erstens beim Sprachmodell hinter deinem Coding Agent. Zweitens bei kommerziellen Analyse Engines wie Hopper, IDA oder JEB, die eigene Lizenzen haben. Ghidra ist frei verfügbar, statische JavaScript und .NET Analyse braucht gar keine Engine.

Ist Reverse Engineering mit REA 2026 legal?

Das hängt von der Software und deinem Zweck ab, nicht vom Werkzeug. In Deutschland erlauben die §§ 69d und 69e UrhG das Untersuchen und unter engen Bedingungen das Dekompilieren, vor allem für Interoperabilität. Eigene Software und Systeme mit Erlaubnis sind der sichere Weg. Bei Unsicherheit gehört die Frage zu einer Fachanwältin.

Brauche ich Ghidra, Hopper oder IDA?

Für tiefe native Analyse ja, eine der drei Engines wird gebraucht. Hopper kann der Setup nach deiner Zustimmung installieren, Ghidra und IDA nutzt REA aus deiner bestehenden Installation. Für JavaScript, Electron und .NET Analyse brauchst du keine Engine, dort liest REA die Dateien direkt.

Lädt REA meine App hoch?

Nein. Die Analyse läuft lokal auf deinem Rechner. Die Ergebnisse gehen aber an deinen Coding Agent und damit an dessen Sprachmodell. Was dort mit den Daten passiert, regelt der Modellanbieter. Für Firmen ist daher die Wahl eines europäischen Anbieters die eigentliche Datenschutzfrage.

Was gibt REA an den Agent zurück?

Je nach Ziel Pseudocode, Assembly, Strings, Symbole, Aufrufe und Referenzen, bei Electron Apps Module, Routen und IPC Verbindungen. Dazu kommen die Belege, also wo im Ziel eine Aussage herkommt, und eine Liste offener Punkte. Diese markierten Lücken machen das Ergebnis prüfbar.

Kann REA Apps einfach klonen?

Nein, und das ist auch nicht das Ziel. REA liefert Belege und Code Fragmente zum Verstehen. Daraus schreibt dein Agent eine eigene Umsetzung, die gegen das Original getestet werden muss. Ob ein Nachbau vollständig, identisch oder überhaupt erlaubt ist, beantwortet das Werkzeug nicht.

Welche Ziele kann REA analysieren?

Native Binaries, JavaScript und Electron Apps, .NET Assemblies, Android APKs und Geräte, Websites, HAR Mitschnitte, Firmware, Go Binaries, WASM Dateien, SQLite Datenbanken und Prozessverhalten. Welche Plattform was unterstützt, hängt von der Engine ab. Ghidra läuft zum Beispiel unter Linux, unter Windows nur experimentell.

Ist REA sicher auf dem Arbeitsrechner?

Statische Analyse liest nur Dateien und führt nichts aus. Bei Laufzeit Analyse startet REA das Ziel dagegen mit deinen Benutzerrechten. Unbekannte Binaries gehören deshalb in eine isolierte Umgebung, etwa eine virtuelle Maschine ohne Zugang zu Kundensystemen. REA ruft selbst nie sudo auf.

Wie halte ich REA aktuell?

Das Projekt entwickelt sich schnell und bringt häufig Fehlerkorrekturen. Bei globaler Installation reicht rea update, danach den angezeigten Setup Befehl ausführen und den Agent neu starten. Für Teams empfehlen wir eine gepinnte Version in der Konfiguration und bewusste Updates statt automatischer.

Für wen lohnt sich REA im Unternehmen?

Für Teams mit Altsystemen, deren Quellen fehlen oder unklar sind, für Security Teams bei der Analyse eigener Software und für Entwickler, die Schnittstellen zu bestehenden Programmen bauen. Wir helfen bei der Einordnung im eigenen Stack und richten den Coding Agent samt Regeln und Quality Gates ein.