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Aktualisiert:
Autor:
Roland Golla
Grüner isometrischer Server mit Hermes Neontext und Messaging Icons NCA 2026

Was ist Hermes Agent

Hermes Agent ist ein selbstlernender, Open Source KI Agent von Nous Research, der im Februar 2026 unter MIT Lizenz veröffentlicht wurde. Anders als klassische Chatbot Wrapper oder IDE gebundene Copiloten lebt Hermes Agent dauerhaft auf dem eigenen Server, merkt sich Kontext über Sessions hinweg und wird mit jeder Interaktion leistungsfähiger. Die Software unterstützt Telegram, Discord, Slack, WhatsApp, Signal und CLI über ein einziges Gateway.

Das Projekt liegt inzwischen bei über 224.000 GitHub Stars und ist damit eines der am schnellsten wachsenden Open Source KI Projekte 2026. Hermes Agent kombiniert persistentes Memory, ein autonomes Skills System und MCP Integration in einem einzigen, selbst gehosteten Paket. Für Unternehmen, die KI Agenten lokal und DSGVO konform betreiben wollen, ist Hermes Agent eine ernstzunehmende Alternative zu Cloud basierten Lösungen.

Neu dazugekommen ist Bot Mode. Damit werden aus den Hermes Profilen benannte Bots mit eigener Rolle, eigenem Modell, eigenem Memory und eigenem Bild. Bots erledigen wiederkehrende Routinen, sitzen zusammen in Gruppenchats und schicken sich gegenseitig Nachrichten. Ausgeliefert wird das Feature fest eingebaut in Hermes Desktop, standardmäßig aktiv ab Version 0.20.3.

Davor kam am 3. August 2026 das Herald Release in Version 0.20.0. Es bringt gesprochene Dialoge, das A2A Protokoll für die Kommunikation mit fremden Agenten, signierte Webhooks nach außen und belegte Recherche. Details stehen weiter unten im eigenen Abschnitt.

Hermes Agent basiert auf der Hermes Modellfamilie (aktuell Hermes 4.3 auf ByteDance Seed 36B), kann aber mit jedem OpenAI kompatiblen Endpoint betrieben werden: Nous Portal, OpenRouter, OpenAI, DeepSeek, Qwen oder lokale Modelle via Ollama. Der Wechsel zwischen Providern erfolgt ohne Code Änderungen über einen einzigen CLI Befehl.

CYPRESS.IO Ambassador und IT Consultant für QA Engenieering und Qualität in PHP Projekten.

NCA Vibe Coding Consulting

Roland Golla ist Entwickler aus Leidenschaft – seit über 20 Jahren. Er hat hunderte Projekte begleitet, von Legacy-Refactoring bis KI-Integration. Bei Vibe Coding verbindet er das Beste aus beiden Welten: Die Geschwindigkeit von KI-generiertem Code mit der Qualität professioneller Softwareentwicklung. Kein Bullshit, keine Agentur-Floskeln – direkte Hilfe von jemandem, der selbst täglich im Code steckt.

Wie funktioniert Hermes Agent

Hermes Agent unterscheidet sich von klassischen KI Assistenten durch drei Kernmechanismen, die zusammen einen geschlossenen Lernkreislauf bilden: persistentes Memory, autonome Skill Erstellung und Selbstoptimierung via GEPA.

Persistentes Memory: Hermes Agent nutzt FTS5 Volltextsuche mit LLM Zusammenfassungen für sitzungsübergreifende Erinnerung. Das System speichert Projekte, Präferenzen und Arbeitskontext dauerhaft. Zusätzlich unterstützt Hermes modulare Memory Backends wie Honcho, Mem0, Hindsight oder RetainDB. Je länger der Agent läuft, desto besser kennt er den Nutzer und dessen Arbeitsweise.

Autonome Skill Erstellung: Nach Abschluss komplexer Aufgaben (typischerweise ab fünf Tool Calls) synthetisiert Hermes Agent die Erfahrung automatisch in ein wiederverwendbares Skill Dokument. Diese Skills folgen dem offenen agentskills.io Standard, sind durchsuchbar, teilbar und verbessern sich bei jeder Nutzung selbst. Der Agent erstellt, aktualisiert und löscht Skills während laufender Sessions.

GEPA Self Evolution: Das begleitende GEPA System (ICLR 2026 Oral Acceptance) analysiert Ausführungsprotokolle, erkennt Ineffizienzen und optimiert Prompts sowie Prozeduren über DSPy. Wenn eine Aufgabe 47 Tool Calls benötigt, aber in 12 lösbar wäre, identifiziert GEPA diese Lücke und passt den Skill entsprechend an.

Skills in Hermes Agent: die mitgelieferte Bibliothek

Ein Skill ist ein Wissensdokument auf Abruf. Eine Markdown Datei mit Frontmatter, die dem offenen agentskills.io Standard folgt und beschreibt, wann sie greift, welche Schritte nötig sind und welche Fehler typisch sind. Alle Skills liegen in ~/.hermes/skills/. Der Unterschied zu einem MCP Server ist wichtig: Ein MCP Server ist ein laufender Prozess, der Werkzeuge bereitstellt. Ein Skill ist Text, den der Agent liest, bevor er handelt. Beides ergänzt sich, wird aber ständig verwechselt.

Wichtig für die Einordnung: Hermes bringt bei der Installation eine ganze Bibliothek mit. Das ist kein Feature des Agents, sondern ein Ordner voller Dateien, den du löschen, ändern und ergänzen kannst. Bei jedem hermes update läuft ein Sync, der lokale Löschungen und eigene Änderungen respektiert. Wer einen Skill bearbeitet hat, bekommt ihn nie wieder überschrieben.

Damit hunderte Skills nicht den Kontext sprengen, arbeitet Hermes mit Progressive Disclosure in drei Stufen. Im System Prompt steht nur ein Index aus Name, Beschreibung und Kategorie, etwa 3.000 Token. Erst wenn der Agent einen Skill wirklich braucht, lädt er den vollen Text. Referenzdateien im Unterordner kosten gar nichts, bis eine Frage sie verlangt. Die Frontmatter Beschreibung entscheidet damit über alles: Ist sie unscharf, greift der Skill nie.

Jeder installierte Skill ist gleichzeitig ein Slash Kommando, in der CLI und in jeder Messaging Plattform. Bis zu fünf lassen sich in einer Nachricht stapeln, der Rest der Zeile wird zur Anweisung:

Code:
          

hermes skills list # was ist installiert
hermes prompt-size # wie teuer ist der Index
hermes skills reset obsidian --restore # Originalfassung zurückholen

# in der CLI oder im Chat
/obsidian fasse meine Notizen von heute zusammen
/competitor-news-monitor /humanizer Wochenbericht schreiben

Wer eine leere Umgebung will, startet mit hermes skills opt-out. Das stoppt nur künftiges Nachladen und löscht nichts. Mit --remove verschwinden zusätzlich alle unveränderten mitgelieferten Skills. Selbst geschriebene und selbst bearbeitete bleiben immer liegen.

Woher Skills in Hermes Agent kommen

Quelle Beispiel Wie sie aktiv wird
Mitgeliefert note-taking/obsidian, research/competitor-news-monitor Wird bei der Installation nach ~/.hermes/skills kopiert und ist sofort nutzbar
Offiziell optional official/security/1password, official/creative/social-media-content-calendar Liegt im Repo, aber inaktiv. Erst nach hermes skills install official/kategorie/name
Skills Hub skills.sh, GitHub Taps, direkte URL auf eine SKILL.md hermes skills install mit Sicherheitsscan und Vertrauensstufe
Vom Agenten geschrieben Wiederkehrende Abläufe aus der eigenen Arbeit Der Agent legt sie über skill_manage selbst an, optional mit Freigabe
Projekt lokal .hermes/skills oder .agents/skills im Repo Wird nicht automatisch geladen, erst nach hermes skills trust

Hermes Agent für Marketing und Sales

Bei Never Code Alone läuft Hermes Agent im Marketing und Sales. Der Grund ist weniger das Modell als der Aufbau drumherum: Ein Agent, der dauerhaft läuft, sich an frühere Sitzungen erinnert, nach Zeitplan arbeitet und über Telegram, Slack oder Discord erreichbar ist, passt zu Aufgaben, die täglich anfallen und trotzdem Kontext brauchen.

Der mitgelieferte Katalog deckt einen großen Teil davon ab, und die guten Skills sind erstaunlich streng gebaut. Sie schreiben nicht nur vor, was der Agent tun soll, sondern auch, was als Beleg zählt, wann ein Ergebnis ungültig ist und welche Fehler typisch sind. Die folgenden sechs sind für Marketing und Vertrieb die tragenden, jeweils mit Arbeitsweise, Aufruf und Fallstricken.

Wettbewerber beobachten mit competitor-news-monitor

Der Skill aus der Kategorie research ist ausdrücklich kein Seiten Diff Watcher. Er arbeitet mit einem Watch Contract: einer JSON Datei unter ~/.hermes/competitor-watches/, in der Watchliste, Ereigniskategorien, Materialitätsschwelle und der letzte erfolgreiche Cutoff stehen. Genau deshalb liefern zwei Läufe im Abstand von einer Woche vergleichbare Ergebnisse und nicht zwei verschiedene Meinungen.

Drei Regeln machen den Unterschied zu einem selbst gebauten Cron Skript:

  • Jedes Ereignis braucht eine Primärquelle und taucht genau einmal auf. Syndizierte Meldungen, Rewrites, URL Varianten, Pressemitteilungen und korrigierte Meldungen werden zu einem Ereignis zusammengefasst.
  • Ein Quellenausfall ist unbekannte Abdeckung, nicht die Meldung "keine Neuigkeiten". Der Cutoff rückt nur bei erfolgreichem Lauf vor, sonst geht ein Zeitraum still verloren.
  • Abgerufener Seiteninhalt ist Daten, keine Anweisung. Das steht so im Skill und ist der Kern des Prompt Injection Schutzes.

Die im Skill genannten Fallstricke lesen sich wie eine Checkliste für jedes Marktbeobachtungsprojekt: nur breit suchen und dabei Preisseiten und Changelogs übersehen, Stellenanzeigen als Beweis für eine Produktentscheidung nehmen, die Watchliste zwischen zwei Läufen still verändern.

Code:
          

# Watch Contract anlegen und als Job einplanen
hermes cron create "Wettbewerbsradar" \
  --skill competitor-news-monitor \
  --deliver telegram

# Lauf von Hand ausloesen
/competitor-news-monitor tick fuer ~/.hermes/competitor-watches/agenturen.json

Belegte Recherche mit grounded-citations

Der interessanteste Skill im ganzen Katalog, weil er ein Sprachmodellproblem strukturell löst statt mit einer Ermahnung im Prompt. Jede Aussage aus einer fremden Quelle bekommt eine nummerierte Fußnote und eine Sources Liste, wie man es von Perplexity kennt. Der Trick liegt darunter: Ein Skript namens sources.py besitzt die Zuordnung von URL zu Nummer und legt sie in einem Ledger unter $HERMES_HOME/cache/citations/ledger.json ab.

Das Modell gibt damit nur noch kleine Ganzzahlen aus, die es vorher bekommen hat. Es tippt nie eine URL aus dem Gedächtnis. Eine erfundene Quelle wird dadurch maschinell erkennbar statt plausibel. Das add ist idempotent und normalisiert URLs, dieselbe Seite bekommt über viele Suchrunden hinweg immer dieselbe Nummer.

Für heikle Texte kommt die Faktenprüfung dazu. Wörtliche Zitate werden gegen den tatsächlich geholten Seitentext geprüft und abgelehnt, wenn sie dort nicht stehen. Aussagen aus reinem Modellwissen bekommen die Markierung [unverified]. Und verify --evidence lässt einen Entwurf durchfallen, dessen zitierte Quellen keinen Beleg tragen. Die Reihenfolge ist dabei nicht verhandelbar: Ledger zurücksetzen, Quellen beim Abruf registrieren, erst danach schreiben. Wer nachträglich aus dem Gedächtnis registriert, hat den Sinn der Übung verfehlt.

Code:
          

S=~/.hermes/skills/research/grounded-citations/scripts/sources.py

python3 $S reset # zu Beginn der Recherche
python3 $S add https://example.org/… # bei jedem Abruf, vor dem Schreiben
python3 $S render # Sources Liste erzeugen
python3 $S verify --evidence # Entwurf gegen die Belege pruefen

Für uns ist das der Baustein, der KI Recherche überhaupt erst veröffentlichungsfähig macht. Ein Text ohne prüfbare Quellen ist im Content Marketing kein Zeitgewinn, sondern eine Haftungsfrage.

KI Floskeln entfernen mit humanizer

Der Skill ist eine Portierung von blader/humanizer unter MIT Lizenz, einem Projekt mit rund 16.000 Sternen. Die Grundlage ist der Wikipedia Leitfaden Signs of AI writing, gepflegt vom WikiProject AI Cleanup und entstanden aus der Auswertung tausender KI Texte in der Wikipedia. 29 Muster kommen aus dieser Quelle, Hermes hat fünf weitere sowie eine Liste typischer Marketing und Blog Klischees ergänzt.

Ausgelöst wird er über Formulierungen wie humanize, de AI, de slop oder un ChatGPT. Drei Wege führen hinein: Text direkt in die Nachricht, eine Datei über read_file und patch, oder eine Stimmprobe aus eigenen früheren Texten. Der dritte Weg ist der entscheidende. Ohne Stimmprobe entsteht aus KI Sprache nur andere KI Sprache.

Am Ende steht ein Durchgang, der ungewöhnlich ehrlich formuliert ist: Der Agent soll sich selbst fragen, was an dem Text noch offensichtlich nach KI klingt, die verbliebenen Verräter kurz benennen und dann ein weiteres Mal überarbeiten. Der Skill weist den Agenten außerdem an, ihn auf eigene Ausgaben anzuwenden, etwa Release Notes und Dokumentation. Ein Skill, der die eigene Anleitung nach den eigenen Regeln geschrieben hat.

Code:
          

# Datei ueberarbeiten
/humanizer ~/texte/blogartikel.md

# mit Stimmprobe kalibrieren
/humanizer ueberarbeite entwurf.md, orientier dich am Ton von ~/texte/referenz.md

Video zu Text mit youtube-content

Ein Hilfsskript holt das Transkript und der Agent formt daraus, was gebraucht wird. Akzeptiert werden normale Videolinks, Kurzlinks über youtu.be, Shorts, Embeds, Live Links und die reine elfstellige Video ID. Über --language lässt sich eine Sprachkette mit Rückfallebene angeben, etwa Deutsch mit Englisch als Reserve.

Fünf Ausgabeformate sind vorgesehen:

  • Chapters: nach Themenwechseln gruppiert, als Liste mit Zeitstempeln
  • Summary: knappe Zusammenfassung in fünf bis zehn Sätzen, der Standard ohne weitere Angabe
  • Chapter Summaries: Kapitel mit je einem kurzen Absatz
  • Thread: nummerierte Posts, jeder unter 280 Zeichen
  • Blogartikel: mit Titel, Abschnitten und Kernaussagen

Lange Videos sind mitgedacht. Ab etwa 50.000 Zeichen wird das Transkript in Blöcke von rund 40.000 Zeichen mit 2.000 Zeichen Überlappung geteilt, einzeln zusammengefasst und dann zusammengeführt. Für uns ist das der Weg von der Aufzeichnung zum Text, der wirklich im Video vorkommt. Shorts und Captions entstehen aus echten Stellen des Transkripts, nicht aus erfundenen Aufhängern.

Code:
          

# Transkript mit Zeitstempeln holen
uv run python3 $SKILL_DIR/scripts/fetch_transcript.py "URL" --timestamps

# Sprachkette mit Rueckfallebene
uv run python3 $SKILL_DIR/scripts/fetch_transcript.py "URL" --language de,en

# direkt im Chat
/youtube-content mach aus diesem Vortrag Kapitel mit Zeitstempeln

Postfach sortieren mit email-inbox-triage

Der Skill priorisiert Threads und bereitet Antworten vor. Das Wort in der Beschreibung, auf das es ankommt, ist safely: Es geht um Entwürfe, nicht um Versand. Für den technischen Zugriff auf IMAP und SMTP liegt email/himalaya daneben im Katalog, ein Kommandozeilenclient, den der Agent bedienen kann.

Zwei Dinge gehören hier zusammen gedacht, und beide sind ernst. Erstens ist eine eingehende Mail Text von außen. Wer dem Agenten Versandrechte gibt, gibt sie faktisch jedem, der ihm schreiben kann. Der Skill bleibt deshalb in den ersten Wochen lesend, sortiert und legt Entwürfe an, den Absendeknopf drückt ein Mensch. Zweitens sind Postfächer personenbezogene Daten in Reinform. Ein Modell, das nicht im eigenen Netz läuft, hat hier nichts zu suchen.

Das übliche Muster ist die Morgenzusammenfassung: Der Agent geht nachts durch die neuen Nachrichten, sortiert nach Dringlichkeit und schickt die Übersicht als eine Nachricht ins Team. Über das Gateway landet sie dort, wo ohnehin gearbeitet wird.

Code:
          

# Morgenuebersicht als geplanter Job
hermes cron create "Postfach Uebersicht" \
  --skill email-inbox-triage \
  --deliver slack

# lesend starten, nichts automatisch versenden
/email-inbox-triage sortiere die neuen Nachrichten und lege Entwuerfe an

Aus Notizen werden Aufgaben mit meeting-action-items

Aus Gesprächsnotizen werden Entscheidungen, Zuständigkeiten und Tickets. Das entscheidende Wort in der Skill Beschreibung ist cited: Jede Aufgabe hängt an einer konkreten Stelle in der Notiz. Damit lässt sich später klären, ob etwas wirklich besprochen wurde oder ob das Modell mitgedacht hat.

Daneben liegt productivity/document-to-action-items für den gleichen Zweck an Dokumenten: Pflichten, Fristen und Aufgaben mit Fundstelle statt einer freien Zusammenfassung. Für Angebote, Verträge und Leistungsbeschreibungen ist das der passendere der beiden.

Richtig rund wird es in Verbindung mit dem Hermes Kanban Board. Aus der Notiz entstehen Aufgaben, die Aufgaben landen auf dem Board, und das Board hat einen Dispatcher, der sie an Profile verteilt. Zwischen Gespräch und Bearbeitung liegt dann kein manuelles Abtippen mehr.

Code:
          

# aus einer Notizdatei Aufgaben ziehen
/meeting-action-items ~/notizen/jour-fixe.md

# Ergebnis als Aufgabe auf das Board legen
hermes kanban create "Angebot ueberarbeiten" --assignee vertrieb

Eigene Playbooks: learn, Bundles und Zeitplan

Der eigentliche Hebel liegt nicht im Katalog, sondern im eigenen Playbook. Mit /learn wird aus einem beschriebenen Arbeitsablauf ein Skill, ohne dass jemand die SKILL.md von Hand schreibt. Der Agent sammelt das Material mit den Werkzeugen, die er ohnehin hat, und schreibt daraus eine Datei nach den Hausregeln des Projekts. Genau dort landen Tonalität, Textlängen, verbotene Floskeln und Freigabewege.

Bei großen Quellen, etwa einem Fachbuch oder einem ganzen Dokumentationsordner, entsteht kein einzelner langer Text, sondern eine Wissensbasis: eine schlanke SKILL.md mit den Kernmodellen und einem Index, dazu je eine Datei pro Kapitel unter references/. Die kosten nichts, bis eine Frage sie braucht. Ein zweiter Durchlauf zum selben Thema wächst in den bestehenden Skill hinein statt ein Duplikat anzulegen.

Skills, die immer zusammen gebraucht werden, fasst ein Bundle unter einem einzigen Slash Kommando zusammen. Und wiederkehrende Arbeit hängt am eingebauten Zeitplaner, der das Ergebnis direkt in den Kanal schickt, in dem das Team ohnehin sitzt.

Code:
          

# eigenes Playbook als Skill anlegen
/learn so schreiben wir Blogartikel: Zielgruppe, Tonfall, Struktur, Freigabe

# mehrere Skills unter einem Kommando buendeln
hermes bundles create content-produktion \
  --skill grounded-citations \
  --skill humanizer \
  --skill youtube-content \
  -d "Recherche, Entwurf, Feinschliff"

# taeglich laufen lassen
hermes cron create "Wochenrueckblick schreiben" --skill content-produktion

Bei den Daten gilt dieselbe Regel wie beim Coding: Coding aus der Cloud, Datenverarbeitung aus dem eigenen Netzwerk. Recherche im offenen Web und Textarbeit an eigenen Inhalten sind unkritisch. Sobald echte Kontaktdaten, Angebote oder Vertragsinhalte im Spiel sind, gehört das Modell entweder über Ollama ins eigene Netz oder zu einem EU souveränen Anbieter mit Zero Data Retention. Wir helfen Teams, diese Grenze sauber zu ziehen, bevor der erste geplante Job produktiv läuft.

Fremde Skills prüfen: Sicherheit und Freigaben

Ein Skill ist eine Handlungsanweisung, die der Agent befolgt, und er darf Skripte mitbringen. Damit ist jeder Skill aus fremder Quelle ein Stück ausführbarer Vertrauensentscheidung. Hermes nimmt das ernst und scannt jede Installation aus dem Hub auf Datenabfluss, Prompt Injection, zerstörerische Befehle und Lieferketten Signale.

Vier Vertrauensstufen steuern, wie streng geprüft wird. builtin sind die mitgelieferten Skills, official die optionalen aus dem Repo, trusted die großen Registries wie openai, anthropics, huggingface und NVIDIA, community alles andere. Bei community lassen sich Warnungen mit --force übergehen. Ein Befund mit dem Urteil dangerous bleibt blockiert, auch mit Force.

Für Projekt Skills aus einem geklonten Repository gilt eine zusätzliche Hürde. Sie werden nicht automatisch geladen, sondern erst nach hermes skills trust. Und weil sich der Inhalt eines Repos mit jedem Pull ändert, läuft der Scan bei jeder Änderung erneut. Gefährliche Skills landen in Quarantäne und tauchen im Index gar nicht erst auf.

Wer nicht möchte, dass der Agent seine Skills unbeaufsichtigt umschreibt, schaltet die Freigabe ein. Dann wird jeder Schreibvorgang zwischengespeichert statt sofort übernommen, überlebt Neustarts und wird über den gleichen Weg geprüft wie gefährliche Kommandos:

Code:
          

# Skill vor der Installation ansehen, nicht blind installieren
hermes skills inspect skills-sh/vercel-labs/agent-skills/vercel-react-best-practices

# Schreibzugriffe des Agenten auf Skills freigabepflichtig machen
hermes config set skills.write_approval true

# im Chat pruefen und entscheiden
/skills pending
/skills diff 3
/skills approve 3

Für Teams mit Guardrails Anspruch ist das der richtige Einstieg: Blank Slate beim Setup, Freigabe für Skill Schreibvorgänge an, und nur die Skills installieren, die wirklich gebraucht werden. Der Index im System Prompt bleibt damit klein, die Angriffsfläche ebenso. Wie ein sauberer Skill überhaupt aufgebaut ist, zeigt unsere Seite zum SKILL.md Format, die Abgrenzung zu Anforderungsdokumenten klärt Skill vs PRD. Ein Beispiel aus dem Katalog in freier Wildbahn beschreibt unsere Seite zu Obsidian mit KI.

Bot Mode: Hermes Profile werden zu benannten Bots

Bot Mode macht aus den Profilen von Hermes Agent ein Roster benannter Bots. Jeder Bot hat eine eigene Rolle, ein eigenes Modell, eigenes Memory, eigene Skills und ein eigenes Bild. Nous Research hat das Feature zuerst als eintägige Public Beta über ein separates Desktop Plugin getestet. Inzwischen ist Bot Mode fest in Hermes Desktop eingebaut und ab Version 0.20.3 standardmäßig aktiv. Das eigenständige Repository ist archiviert, die Entwicklung läuft im Hauptprojekt weiter.

Ein Bot ist ein Profil. Es gibt kein neues Konzept zu lernen. Bot Mode ist eine Oberfläche über den bestehenden Hermes Profilen unter ~/.hermes/profiles/. Config, Memory, Skills, Zugangsdaten und Chatverlauf bleiben pro Bot sauber getrennt. Alles bleibt aus dem Terminal erreichbar: hermes -p bot chat öffnet denselben Agenten, den man im Desktop anklickt. Keine Core Patches, keine zusätzlichen Daemons, kein extra Storage.

Angelegt ist ein Bot in Sekunden. Name, Titel, Beschreibung reichen, danach stellt sich der Bot in seinem eigenen Chat selbst vor. Wer mehr braucht, öffnet den Advanced Bereich: klonen aus einem bestehenden Profil, Model Pin auf einen beliebigen Provider, eigene SOUL.md als Persona, gezielte Freigabe einzelner Skills, Toolsets und MCP Server. Verschiedene Bots laufen parallel auf verschiedenen Modellen. Ein Rechercheur auf einem großen Modell, ein Routinebot auf einem kleinen lokalen Modell über Ollama.

Routines hängen wiederkehrende Aufgaben an den Bot, der sie erledigt. Die Zusammenfassung der Mails am Morgen liegt beim Mailbot, der Report am Freitag beim Reportbot. Technisch sind das normale Hermes Cron Jobs mit dem Namensschema [bot:name]. Sie tauchen weiter in hermes cron list auf, und die Ergebnisse landen im Chat des jeweiligen Bots. Wer Skills sauber nach SKILL.md Standard pflegt, baut sich damit Spezialisten, die man einmal einrichtet und dauerhaft nutzt.

Gruppenchats und Nachrichten zwischen Bots

Bots lassen sich in Gruppen sortieren. Jede Gruppe bekommt eine eigene Zeile im Roster und einen gemeinsamen Raum für zwei bis sechs Bots. Eine Nachricht löst maximal drei serielle Runden aus. Wer per @Name angesprochen wird, antwortet. Ist niemand genannt, kommt jeder einmal dran und darf auch passen. Harte Grenzen von zehn Nachrichten pro Senden und drei Runden verhindern, dass sich ein Raum aufschaukelt.

Braucht der Raum eine menschliche Entscheidung, holt ein Bot mit @user den Nutzer dazu und die Gruppenzeile markiert das. Jedes Mitglied behält dabei seine eigene Session zum Raum. Der Kontext überlebt also wie in jedem anderen Chat. Das Muster kennen Teams aus dem Agentic Coding und aus Frameworks wie CrewAI oder LangGraph, hier sitzt es aber direkt in der Desktop Oberfläche.

Direkte Übergaben laufen über @Mentions in jedem beliebigen Chat. Der aktive Bot reicht die Nachricht weiter, wartet auf die Antwort und meldet zurück. Das Protokoll dafür schreibt Hermes automatisch in den kanonischen Bot Chat, steuerbar über agent.bot_mode_protocol in der config.yaml. Über Rechnergrenzen hinweg funktioniert das mit registrierten Peers:

Code:
          

hermes peer add spark --url http://spark.lan:8377 --key API_SERVER_KEY
hermes peer list
hermes peer dm spark "Status vom Nightly Build bitte"

Wichtig für die Erwartungshaltung: Die Zustellung passiert pro Aufruf. Ein Bot nimmt die Nachricht auf, wenn er das nächste Mal läuft. Ein laufendes Gespräch lässt sich nicht unterbrechen. Wer harte Echtzeit braucht, bleibt bei einer klassischen Queue.

Sessions und Bot Mode im Vergleich

Merkmal Sessions Bot Mode
Einstieg Liste von Chats pro Profil Roster mit einer Zeile pro Bot
Modellwahl Modell des gestarteten Profils Model Pin pro Bot, mehrere Modelle parallel
Wiederkehrende Aufgaben Cron Jobs zentral gepflegt Routines am zuständigen Bot, [bot:name] im Cron
Zusammenarbeit Kopieren zwischen Chats Gruppenchats und @Mentions zwischen Bots
Reichweite Ein Gateway pro Fenster Bots mehrerer Rechner in einem Roster

Bot Mode in der Praxis: Nutzen und Grenzen

Der Gewinn liegt im Zuschnitt. Ein Bot mit enger Persona, drei freigegebenen Skills und einem passenden Modell arbeitet sauberer als ein Generalist, der alles kann und deshalb nichts richtig. Genau das ist auch die Antwort auf ein bekanntes Problem: Je schmaler der Auftrag, desto weniger Ballast schleppt der Agent im Context Window mit sich herum.

Die Kehrseite sind die Kosten. Mehr Bots heißen mehr parallele Kontexte, und ein Gruppenchat mit drei Runden vervielfacht die Aufrufe pro Nachricht. Wer produktiv damit arbeitet, sollte den Verbrauch messen und Limits setzen, etwa über LiteLLM als Proxy mit Budget Limits. Die Regeln aus dem Beitrag weniger Tokens brauchen gelten für ein Bot Team stärker als für einen einzelnen Agenten.

Beim Datenschutz gilt die NCA Regel: Coding aus der Cloud, Datenverarbeitung im eigenen Netz. Bots teilen sich standardmäßig einen Token Pool mit dem Hauptprofil, deshalb bekommt jeder Bot nur die Skills, Toolsets und MCP Server, die er wirklich braucht. Modelle, die nicht auf eigener Infrastruktur laufen, arbeiten gegen lokale Entwicklungsumgebungen mit Fake Daten, nie gegen echte Bestände. Für dauerhaft laufende Routinen eignen sich kleine Modelle über Ollama, alles Weitere gehört in eine bewusst gewählte Architektur für self hosted KI im Unternehmen und in die Compliance Bewertung lokaler KI.

Ehrlich bleibt: Bot Mode ist eine Oberfläche, kein neuer Motor. Profile, Cron Jobs und Skills gab es vorher. Wer ausschließlich über CLI und Gateway arbeitet, gewinnt wenig. Wer dagegen mehrere Spezialisten betreut, gewinnt Übersicht, klare Übergaben und ein Roster, das über mehrere Rechner hinweg zusammenhält. Das Feature ist jung, entsprechend gehört es in eine Testumgebung, bevor es an produktive Zugänge darf.

Wo Bot Mode an seine Grenze kommt, fängt das Board an. Sobald Aufgaben voneinander abhängen, parallel laufen sollen oder über Tage nachvollziehbar bleiben müssen, ist Hermes Kanban das passende Werkzeug. Kurz gesagt: Bot Mode ist das Team, Kanban ist das Projekt.

Herald Release: Sprache, A2A und Webhooks

Version 0.20.0 vom 3. August 2026 heißt Herald Release und ist der größte Sprung seit dem Start. Hermes spricht, redet mit fremden Agenten, meldet Ereignisse nach außen und belegt seine Recherche. Vier Bausteine, die zusammen aus einem Textassistenten eine Komponente im System machen.

Gesprochene Dialoge. Die Antwort wird satzweise gesprochen, während sie noch entsteht. Wer dazwischenredet, unterbricht den Agenten wirklich: Hermes hört auf, hört zu und bekommt mitgeteilt, dass der Nutzer eingegriffen hat. Weckwörter erkennt das System auf dem Gerät, es verlässt also kein Audio den Rechner, solange gewartet wird. Sprachnachrichten funktionieren auch über die Gateways, von WhatsApp bis LINE.

A2A Protokoll in Version 1.0. Ein mitgeliefertes Plugin bringt das Agent to Agent Protokoll. Hermes findet andere kompatible Agenten, spricht mit ihnen und lässt sich von ihnen steuern. Damit gibt es einen Standard für gemischte Landschaften, in denen nicht jeder Agent aus demselben Framework kommt. Wer heute schon mit CrewAI oder LangGraph arbeitet, kennt das Problem und musste es bisher selbst lösen.

Signierte Webhooks nach außen. Bisher lief Integration nur in eine Richtung: pollen oder auf einer Plattform lauschen. Jetzt schickt Hermes Ereignisse aktiv an jeden HTTP Endpunkt, den man registriert. Sessionaktivität, abgeschlossene Turns, Tool Events. Jedes Paket trägt eine HMAC Signatur, der Empfänger prüft die Echtheit selbst. Für Workflow Automation mit n8n, für CI Pipelines oder Dashboards ist das der praktischste Punkt am ganzen Release.

Code:
          

hermes webhooks add https://n8n.example.de/webhook/hermes
hermes webhooks list
hermes webhooks test

Belegte Recherche. Der Skill grounded-citations prüft jedes Zitat gegen den tatsächlichen Seitentext, statt es aus dem Modellgedächtnis zu erzeugen. Quellenangaben zeigen auf die konkrete Stelle. Ein Fact Checking Modus wendet dieselbe Mechanik auf fremde Dokumente an und trennt sauber in belegt, widerlegt und nicht prüfbar. Wer KI für Recherche einsetzt, bekommt damit den Unterschied zwischen klingt richtig und ist belegt.

Dazu kommt eine Welle an Kleinigkeiten, die im Alltag mehr bringen als die Schlagzeilen. Mit !befehl läuft ein Shell Kommando, ohne einen Modellzug zu verbrauchen. /init scannt das Projekt und schreibt eine AGENTS.md. /context zeigt, was das Context Window füllt. Korrekturen mitten im Turn lenken den laufenden Auftrag um, statt ihn abzubrechen. Und das Limit für Tool Aufrufe pro Auftrag stieg von 90 auf 500, lange autonome Läufe rennen also nicht mehr gegen eine künstliche Wand.

Installation und Setup von Hermes Agent

Die Installation von Hermes Agent erfolgt über einen einzigen Terminal Befehl auf Linux, macOS oder WSL2. Der Installer erkennt das Betriebssystem automatisch und richtet alle Abhängigkeiten ein. Für Windows gibt es seit dem Foundation Release eine native Beta, stabil bleibt der Weg über WSL2. Android Nutzer installieren Hermes über Termux.

Code:
          

curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/NousResearch/hermes-agent/main/scripts/install.sh | bash

Wichtig seit dem Herald Release: Node 26 ist Pflicht, und die Installationskanäle wurden zusammengestrichen. Homebrew und die pip beziehungsweise PyPI Wheels sind raus. Unterstützt bleiben der Shell Installer, Docker und Nix. Wer noch über brew oder pip installiert hat, wechselt beim nächsten Update den Kanal.

Nach der Installation konfiguriert hermes setup den Model Provider und verbindet Messaging Plattformen. Der Wizard bietet drei Modi: Quick Setup über das Nous Portal ohne API Key, Full Setup mit allen Optionen und seit Juni den Blank Slate Modus. Blank Slate startet nur mit Provider, Modell, Dateizugriff und Terminal. Alles andere bleibt aus und wird bewusst einzeln zugeschaltet. Für Teams mit Guardrails Anspruch ist das der richtige Einstieg.

Code:
          

hermes setup # Setup Wizard mit Quick, Full und Blank Slate
hermes model # Model Provider wählen
hermes gateway # Messaging Gateway starten
hermes doctor # Diagnose bei Problemen

Hermes Agent unterstützt über 200 Modelle via OpenRouter, dazu Nous Portal, OpenAI, DeepSeek, Qwen, Kimi, MiniMax und beliebige OpenAI kompatible Endpoints. Für den vollständig lokalen Betrieb eignet sich die Kombination mit Ollama und einem lokalen Modell wie Hermes 4.3 oder Qwen. Das Gateway verbindet Telegram, Discord, Slack, WhatsApp, Signal und Mail über einen einzigen Prozess, der eingebaute Cron Scheduler erledigt Aufgaben nach Zeitplan.

Hermes Agent vs. OpenClaw: Vergleich und Migration

Die Debatte zwischen Hermes Agent und OpenClaw bestimmt die KI Agent Community im Frühjahr 2026. Beide Projekte verfolgen unterschiedliche Philosophien: OpenClaw setzt auf ein breites Ökosystem mit über 44.000 Community Skills und einem Gateway GUI für Einsteiger. Hermes Agent konzentriert sich auf kognitive Tiefe: selbstlernende Skills, persistentes Memory und autonome Selbstverbesserung.

Architektur: OpenClaw basiert auf TypeScript/Node.js mit einem zentralen Controller, der alle Aufgaben orchestriert. Hermes Agent ist in Python geschrieben und organisiert sich um einen wiederholbaren Zyklus aus Ausführen, Lernen und Verbessern. In Praxistests reagiert Hermes Agent schneller auf Tool Calls und zeigt niedrigere Latenz, was an der leichtgewichtigen Terminal Architektur liegt.

Migration: Hermes Agent bietet mit hermes claw migrate ein dediziertes Migrationstool, das SOUL.md Persona Dateien, Memory Einträge, Skills, Messaging Konfigurationen und API Schlüssel in einem interaktiven Prozess mit Dry Run Vorschau importiert. Das Tool erkennt automatisch bestehende OpenClaw, ClawdBot und MoltBot Installationen. Beide Agents können parallel betrieben und über das Agent Communication Protocol (ACP) miteinander kommunizieren.

Wann OpenClaw, wann Hermes: Teams, die ein großes Ökosystem vorgefertigter Skills und einfachen Einstieg bevorzugen, sind mit OpenClaw gut bedient. Wer einen KI Agenten sucht, der sich langfristig an individuelle Arbeitsweisen anpasst, Skills autonom erstellt und sich dabei stetig verbessert, findet in Hermes Agent die zukunftsfähigere Architektur.

DSGVO und lokaler Betrieb von Hermes Agent

Für europäische Unternehmen ist die DSGVO Konformität von KI Agenten eine zentrale Anforderung. Hermes Agent bietet hier klare Vorteile: Die Software läuft vollständig selbst gehostet, enthält keine Telemetrie, kein Tracking und keinen Cloud Lock in. Alle Daten bleiben auf der eigenen Infrastruktur.

In Kombination mit lokalen Modellen über Ollama entsteht ein vollständig offline fähiger KI Agent ohne externe API Calls. Hermes 4.3 (35B A3B Mixture of Experts) läuft auf Apple Silicon mit 32 GB RAM komfortabel und erreicht auf M3 Max etwa 35 Tokens pro Sekunde. Damit ist ein produktiver, DSGVO konformer Betrieb ohne Cloud Abhängigkeit möglich.

Die sechs unterstützten Terminal Backends (Lokal, Docker, SSH, Daytona, Singularity, Modal) ermöglichen flexible Deployment Szenarien: vom 5 Dollar VPS bis zur Serverless Cloud Infrastruktur. Für Unternehmen, die sensible Daten verarbeiten oder regulatorische Anforderungen wie CMMC, HIPAA oder branchenspezifische Compliance Frameworks erfüllen müssen, ist das Self Hosting Modell von Hermes Agent die sicherste Wahl.

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Teknium, Nous Research – via X (Twitter)

NCA Erfahrung mit KI Agent Frameworks

Never Code Alone begleitet Unternehmen bei der Auswahl, Einrichtung und Integration von KI Agent Frameworks. Unsere praktische Erfahrung umfasst den produktiven Einsatz verschiedener Tools aus dem KI Agent Ökosystem: von OpenClaw als autonomem Assistenten über Paperclip für die Orchestrierung von KI Agenten Teams bis zu Agentic Coding Workflows im Alltag.

Bei der Bewertung neuer Frameworks wie Hermes Agent achten wir auf drei Kriterien: DSGVO Konformität durch Self Hosting und lokale Modelle, Integration in bestehende Infrastruktur über MCP Server und Standard APIs sowie langfristige Wartbarkeit durch aktive Community und klare Lizenzierung. Hermes Agent erfüllt alle drei Kriterien und bietet mit dem MIT lizenzierten, selbstlernenden Ansatz einen echten Mehrwert gegenüber statischen Agent Frameworks.

Für Teams heißt Einordnung vor allem: Welches Feature löst ein echtes Problem und welches erzeugt nur Betrieb. Bot Mode gewinnt, wer mehrere Spezialisten pflegt. Das A2A Protokoll gewinnt, wer heterogene Agenten koppeln muss. Webhooks gewinnen, wer Hermes in bestehende Pipelines und Prozesse hängen will. Alles andere darf warten, bis der Bedarf da ist.

Häufige Fragen zu Hermes Agent

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um Hermes Agent von Nous Research: Installation, Kosten, Sicherheit, Vergleich mit OpenClaw und DSGVO konformer Betrieb.

Was ist Bot Mode in Hermes Agent 2026?

Bot Mode macht aus den Hermes Profilen ein Roster benannter Bots. Jeder Bot hat eine eigene Rolle, ein eigenes Modell, eigenes Memory, eigene Skills und ein eigenes Bild. Technisch ist ein Bot ein ganz normales Hermes Profil, es kommt also kein neues Konzept dazu. Das Feature ist fest in Hermes Desktop eingebaut und ab Version 0.20.3 standardmäßig aktiv.

Was bringt das Herald Release 2026?

Version 0.20.0 vom 3. August 2026 bringt vier große Bausteine: gesprochene Dialoge mit Unterbrechen und Weckwörtern, das A2A Protokoll für fremde Agenten, signierte Webhooks nach außen und belegte Recherche über den Skill grounded-citations. Dazu kommen neue CLI Befehle, Korrekturen mitten im laufenden Turn und ein Limit von 500 statt 90 Tool Aufrufen.

Können Hermes Bots 2026 miteinander kommunizieren?

Ja. Über @Mentions reicht ein Bot Aufgaben an einen anderen weiter, wartet auf die Antwort und meldet zurück. Gruppenchats fassen zwei bis sechs Bots in einem Raum zusammen, mit maximal drei seriellen Runden pro Nachricht. Die Zustellung passiert pro Aufruf, ein laufendes Gespräch lässt sich nicht unterbrechen.

Was kostet Hermes Agent 2026?

Hermes Agent ist Open Source unter MIT Lizenz und kostenlos nutzbar. Kosten entstehen nur durch die Nutzung der Modelle beim jeweiligen Provider und optional durch Hosting. Mit lokalen Modellen über Ollama fallen keine API Kosten an. Mehrere Bots parallel und Gruppenchats mit mehreren Runden vervielfachen den Verbrauch, deshalb gehören Limits von Anfang an dazu.

Ist Hermes Agent 2026 DSGVO konform einsetzbar?

Ja. Hermes Agent läuft vollständig selbst gehostet ohne Telemetrie oder Cloud Abhängigkeit. In Kombination mit lokalen Modellen über Ollama verlassen keine Daten die eigene Infrastruktur. Modelle, die nicht auf eigener Infrastruktur laufen, arbeiten gegen lokale Entwicklungsumgebungen mit Fake Daten, nie gegen echte Bestände.

Sind Skills in Hermes Agent dasselbe wie MCP Server?

Nein, und die Verwechslung ist häufig. Ein Skill ist ein Markdown Dokument mit Frontmatter, das der Agent liest, bevor er handelt: Wann greift das, welche Schritte, welche Fehler. Ein MCP Server ist ein laufender Prozess, der Werkzeuge bereitstellt. Skills beschreiben Vorgehen, MCP liefert Fähigkeiten. In der Praxis nutzt ein guter Skill die Werkzeuge, die über MCP da sind.

Wie viele Token kosten installierte Skills?

Weniger als erwartet. Im System Prompt steht nur ein Index aus Name, Beschreibung und Kategorie, bei einer normalen Installation etwa 3.000 Token. Den vollen Text lädt der Agent erst, wenn er den Skill wirklich braucht, Referenzdateien sogar erst bei einer konkreten Frage. Der Befehl hermes prompt-size zeigt die tatsächliche Verteilung offline an.

Wie sicher sind Skills aus fremden Quellen?

Ein Skill ist eine Anweisung, die der Agent befolgt, und darf Skripte mitbringen. Deshalb scannt Hermes jede Installation aus dem Hub auf Datenabfluss, Prompt Injection und zerstörerische Befehle. Vier Vertrauensstufen steuern die Strenge. Warnungen lassen sich mit force übergehen, ein Urteil dangerous bleibt blockiert. Skills aus geklonten Repos laden erst nach hermes skills trust.

Welche Messaging Plattformen unterstützt Hermes Agent?

Hermes Agent unterstützt Telegram, Discord, Slack, WhatsApp, Signal, Mail und CLI über ein einziges Gateway, dazu weitere Plattformen wie LINE, Microsoft Teams und Google Chat. Sprachnachrichten werden transkribiert und beantwortet, der Kontext bleibt über Plattformgrenzen hinweg erhalten.

Wie unterscheidet sich Hermes Agent von OpenClaw?

Der Hauptunterschied liegt im Lernansatz. OpenClaw nutzt statische, manuell erstellte Skills. Hermes Agent erstellt Skills autonom aus abgeschlossenen Aufgaben, verbessert sie bei jeder Nutzung und baut ein tiefes Nutzermodell auf. OpenClaw bietet dafür ein größeres Ökosystem mit über 44.000 Community Skills.

Kann ich von OpenClaw zu Hermes Agent migrieren?

Ja. Der Befehl hermes claw migrate importiert SOUL.md Persona Dateien, Memory Einträge, Skills, Messaging Konfigurationen und API Schlüssel automatisch. Der Prozess ist interaktiv mit Dry Run Vorschau. Seit dem Herald Release holt hermes import-agent zusätzlich Setups aus Claude Code oder der Codex CLI in einem Befehl herüber.

Wie installiere ich Hermes Agent aktuell?

Unterstützt sind der Shell Installer, Docker und Nix. Homebrew und die pip beziehungsweise PyPI Wheels wurden mit dem Herald Release eingestellt. Voraussetzung ist Node 26. Für Windows gibt es eine native Beta, stabil bleibt der Weg über WSL2, Android läuft über Termux.

Was ist der Blank Slate Modus?

Blank Slate ist seit Juni 2026 der dritte Setup Modus neben Quick und Full. Der Agent startet nur mit Provider, Modell, Dateizugriff und Terminal. Web, Browser, Code Ausführung, Memory, Delegation, Cron, Skills, Plugins und MCP bleiben aus. Die Entscheidung wird auf Platte geschrieben, nachträglich lädt auch ein Update nichts nach.

Welche Modelle funktionieren mit Hermes Agent?

Hermes Agent unterstützt jeden OpenAI kompatiblen Endpoint: Nous Portal, OpenRouter mit über 200 Modellen, OpenAI, DeepSeek, Qwen, Kimi, MiniMax und lokale Modelle via Ollama. Der Modellwechsel erfolgt ohne Code Änderungen über den Befehl hermes model. Im Bot Mode kann jeder Bot ein eigenes Modell festhalten.

Kann NCA bei der Einrichtung von Hermes Agent helfen?

Ja. Never Code Alone unterstützt bei der Auswahl des passenden KI Agent Frameworks, beim Zuschnitt einzelner Bots, bei der DSGVO konformen Konfiguration mit lokalen Modellen und bei der Integration in bestehende Prozesse. Den Aufwand schätzen wir vorab und rechnen minutengenau ab.