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Grünes ACR-Dokument zentriert im digitalen Datenregen 2026

Was ist ein ACR (Accessibility Conformance Report) 2026?

Ein Accessibility Conformance Report (ACR) ist ein standardisiertes Dokument, das beschreibt, inwieweit ein digitales Produkt die Anforderungen der Barrierefreiheitsstandards erfüllt. Grundlage ist das VPAT (Voluntary Product Accessibility Template) des Information Technology Industry Council (ITI). Der Bericht listet alle relevanten WCAG-Kriterien auf und bewertet jedes einzeln als Supports, Partially Supports, Does Not Support oder Not Applicable.

Die aktuelle Version ist VPAT 2.5, von ITI im April 2025 veröffentlicht. Sie ist die erste VPAT-Edition, die WCAG 2.2 einschließt, mit neun zusätzlichen Erfolgskriterien gegenüber WCAG 2.1. Für den europäischen Markt ist zusätzlich die harmonisierte Norm EN 301 549 V3.2.1 (2021-03) maßgeblich, deren Nachfolger V4.1.x nach aktueller ETSI-Planung am 23. Oktober 2026 im Amtsblatt der EU veröffentlicht werden soll.

Seit dem 28. Juni 2025 ist das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Kraft. Unternehmen müssen Barrierefreiheit nachweisen können. Ein ACR ist dabei das zentrale technische Compliance-Dokument: Er dokumentiert den tatsächlichen Konformitätsstatus gegenüber Marktüberwachungsbehörden, Einkäufern und Kunden. Im B2B-Bereich verlangen immer mehr Unternehmen und öffentliche Auftraggeber einen aktuellen ACR als Teil des Beschaffungsprozesses. Wer keinen vorlegt, verliert Aufträge. Der ACR ist damit nicht nur Compliance, sondern Wettbewerbsvorteil.

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VPAT 2.5 und die vier Editionen: Aktueller Stand 2026

VPAT 2.5 ist seit April 2025 verfügbar und ersetzt VPAT 2.4 (August 2023). Die wichtigsten Neuerungen fasst folgende Übersicht zusammen:

  • WCAG 2.2 Support: Die WCAG- und INT-Edition enthalten erstmals die neun zusätzlichen Erfolgskriterien aus WCAG 2.2 (darunter 2.4.11 Focus Not Obscured, 2.5.7 Dragging Movements, 2.5.8 Target Size Minimum).
  • Parsing 4.1.1 entfernt: Das Erfolgskriterium Parsing (Level A) wurde in WCAG 2.2 als obsolet deklariert. In VPAT 2.5 erscheint es für WCAG 2.0 und 2.1 automatisch als Supports, für WCAG 2.2 als nicht anwendbar.
  • Erhöhte Transparenzanforderungen: Vendoren werden stärker verpflichtet, ihre Prüfmethodik zu dokumentieren, also welche Tools, Browser, Betriebssysteme und assistiven Technologien zum Einsatz kamen.
  • EU-Edition vervollständigt: Die fehlenden AAA-Erfolgskriterien 3.1.5, 3.1.6, 3.2.5, 3.3.5 und 3.3.6 wurden in Table 3 ergänzt.

VPAT 2.5 existiert in vier Editionen, passend zum jeweiligen Zielmarkt:

  • VPAT 2.5 508: Revised Section 508 (USA), inkludiert WCAG 2.0 Level A und AA.
  • VPAT 2.5 WCAG: Reine WCAG-Edition mit WCAG 2.0, 2.1 und 2.2.
  • VPAT 2.5 EU: Europäische Edition für EN 301 549 mit WCAG 2.1 AA als Grundlage.
  • VPAT 2.5 INT (International): Alle Standards kombiniert, für globale Produkte und international tätige Anbieter die sicherste Wahl.

Ein vollständiger ACR nach VPAT 2.5 enthält mindestens: Produktinformationen mit Version, Konformitätserklärung mit Standardbezug, die WCAG-Tabelle (pro Erfolgskriterium eine Bewertung), bei EU- und INT-Edition die EN 301 549 Tabelle, die dokumentierten Prüfmethoden sowie Datum und rechtliche Hinweise. Jede Bewertung Partially Supports oder Does Not Support muss durch eine konkrete Beschreibung der Barriere begründet werden. Falsche Angaben im ACR können rechtliche Konsequenzen haben.

ACR erstellen: Schritt für Schritt 2026

Ein ACR zu erstellen ist ein strukturierter Prozess, der auf einem soliden Accessibility Audit aufbaut. Der Workflow gliedert sich in fünf klare Schritte:

  • 1. Richtige VPAT 2.5-Edition wählen und herunterladen: Die aktuellen Vorlagen sind kostenlos auf der ITI-Webseite verfügbar. Für deutsche Unternehmen mit internationalem Geschäft empfiehlt sich die INT-Edition. Rein für den deutschen und europäischen Markt reicht die EU-Edition aus.
  • 2. Audit mit kombinierter Methodik durchführen: Automatisierte Tools wie axe DevTools, Lighthouse und WAVE decken einen Teil der Kriterien ab. Manuelle Tests mit Screenreadern (NVDA, VoiceOver, TalkBack), Tastaturnavigation und Kontrastprüfungen sind Pflicht. Für WCAG 2.2 AA müssen alle neuen Kriterien wie Target Size Minimum und Dragging Movements explizit geprüft werden.
  • 3. Befunde ehrlich eintragen: Für jedes WCAG-Kriterium den Konformitätsstatus eintragen. Bei Partially Supports oder Does Not Support konkrete Beschreibung der Barriere und betroffene Bereiche angeben. Falsche Angaben können rechtliche Konsequenzen haben.
  • 4. Prüfmethoden lückenlos dokumentieren: VPAT 2.5 erhöht die Transparenzanforderung. Eingesetzte Tools, Browser, Betriebssysteme, assistive Technologien, Prüfzeitraum und Prüfumfang müssen vollständig aufgeführt werden. Ohne diese Transparenz verliert der ACR seine Beweiskraft.
  • 5. Regelmäßig aktualisieren: Nach jedem größeren Release und mindestens einmal jährlich. Große Anbieter wie Oracle pflegen hunderte ACRs und datieren sie monatlich. NCA empfiehlt mindestens eine jährliche Überprüfung, bei agilen Produkten häufiger.

Ein rein automatisierter Audit reicht nicht aus. Bekannte Tools decken etwa 30 bis 40 Prozent der WCAG-Kriterien ab. Alles andere erfordert menschliche Prüfung durch erfahrene Accessibility-Experten. NCA kombiniert beides und erstellt nach Abschluss den vollständigen ACR inklusive gesetzlich vorgeschriebener Barrierefreiheitserklärung.

ACR vs. Barrierefreiheitserklärung: Der Unterschied

Viele Unternehmen verwechseln ACR und Barrierefreiheitserklärung. Beide sind wichtig, erfüllen aber unterschiedliche Zwecke:

  • ACR (Accessibility Conformance Report): Technisches Dokument für B2B-Beschaffung und Compliance-Nachweise. Bewertet jedes WCAG-Kriterium einzeln. Zielgruppe sind Einkäufer, Behörden und technische Prüfer. Kein gesetzlich vorgeschriebenes Format, aber VPAT 2.5 ist De-facto-Standard.
  • Barrierefreiheitserklärung: Gesetzlich vorgeschrieben nach BFSG für betroffene Unternehmen. Zielgruppe sind Endnutzer. Muss auf der Website veröffentlicht sein. Enthält Konformitätsstatus (vollständig, teilweise oder nicht konform), bekannte Barrieren, Kontaktmöglichkeit und Feedback-Mechanismus. Muss mindestens jährlich aktualisiert werden.

In der Praxis ergänzen sich beide Dokumente: Der ACR liefert die detaillierte technische Grundlage, die Barrierefreiheitserklärung kommuniziert den Status verständlich gegenüber Nutzern. Für die kommende EN 301 549 V4.1.x ist zudem wichtig: WebView-Inhalte in Apps gelten klar als Software (Kapitel 11), nicht als Web (Kapitel 9). Das beseitigt eine bisherige Grauzone bei hybriden Anwendungen. NCA erstellt beide Dokumente als Teil des BFSG-Compliance-Pakets und berücksichtigt dabei die anstehende Norm-Aktualisierung sowie den European Accessibility Act (EAA).

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Häufige Fragen zu ACR und VPAT 2.5

Die wichtigsten Fragen rund um den Accessibility Conformance Report, VPAT 2.5 und BFSG-Compliance im Jahr 2026.

Was ist ein ACR (Accessibility Conformance Report) 2026?

Ein ACR ist ein standardisiertes Dokument, das den Barrierefreiheitsstatus eines digitalen Produkts nach WCAG-Kriterien dokumentiert. Grundlage ist das VPAT des Information Technology Industry Council (ITI), aktuell in Version 2.5. Seit dem BFSG 2025 ist der ACR das wichtigste technische Compliance-Dokument für Unternehmen, die digitale Produkte oder Dienste in der EU anbieten.

Was ist neu in VPAT 2.5 gegenüber VPAT 2.4 2026?

VPAT 2.5 erschien im April 2025 und ist die erste Version mit WCAG 2.2 Support in der WCAG- und INT-Edition. Das obsolete Erfolgskriterium 4.1.1 Parsing wurde neutralisiert. Die Transparenzanforderungen für Prüfmethoden sind verschärft, und die EU-Edition wurde um fehlende AAA-Kriterien in Table 3 ergänzt.

Ist ein ACR nach BFSG 2026 gesetzlich vorgeschrieben?

Der ACR selbst ist nicht explizit gesetzlich vorgeschrieben, aber die Barrierefreiheitserklärung ist es. In der Praxis ist der ACR die technische Grundlage für diese Erklärung und unverzichtbar für B2B-Beschaffungen. Wer als Lieferant digitaler Produkte ohne ACR auftritt, verliert zunehmend Ausschreibungen im öffentlichen Sektor und bei Großunternehmen.

Welche WCAG-Version wird im ACR 2026 verwendet?

VPAT 2.5 enthält Tabellen für WCAG 2.0, 2.1 und 2.2. Für BFSG-Konformität ist aktuell WCAG 2.1 AA der Mindeststandard, da die harmonisierte EN 301 549 V3.2.1 auf WCAG 2.1 verweist. Die kommende EN 301 549 V4.1.x wird auf WCAG 2.2 AA aufrüsten. NCA empfiehlt, ACRs zukunftssicher bereits nach WCAG 2.2 zu erstellen.

Wann kommt die neue EN 301 549 V4.1.x 2026?

Das Normungsinstitut ETSI nennt als Zieldatum den 23. Oktober 2026 für die Nennung der neuen Version im Amtsblatt der EU. Der Entwurf V4.1.0 wurde im November 2025 veröffentlicht. Mit der Harmonisierung wird WCAG 2.2 AA rechtlich verbindlicher europäischer Standard. Zudem bringt die neue Norm Klarstellungen, etwa dass WebViews in Apps klar als Software gelten.

Wie oft muss ein ACR aktualisiert werden?

Nach jedem größeren Produktrelease und mindestens einmal jährlich. Ein veralteter ACR kann bei Beschaffungsprozessen abgelehnt werden und im Streitfall als Nachweis unzureichend sein. Das Gültigkeitsdatum muss im Dokument angegeben sein. Große Anbieter wie Oracle pflegen ihre ACRs monatlich, was den aktuellen Qualitätsstandard im Enterprise-Umfeld zeigt.

Wer erstellt einen ACR?

Der ACR wird vom Produkthersteller oder einem beauftragten Barrierefreiheits-Experten erstellt. Es gibt keine offizielle Zertifizierungsstelle, auch ITI prüft oder genehmigt keine VPATs. Die Glaubwürdigkeit hängt von der Prüfmethodik ab: Rein automatisierte Audits reichen nicht aus, manuelle Tests durch Experten mit echten Screenreadern sind Pflicht.

Was bedeuten die vier Konformitätswerte im ACR?

Supports bedeutet vollständig erfüllt. Partially Supports bedeutet teilweise erfüllt, mit Erläuterung welche Teile nicht funktionieren. Does Not Support bedeutet nicht erfüllt, mit konkreter Beschreibung der Barriere. Not Applicable bedeutet, das Kriterium trifft auf dieses Produkt nicht zu, mit Begründung. Die US-Access-Board-konformen Definitionen sind in jedem VPAT dokumentiert.

Wie unterscheidet sich der ACR von der Barrierefreiheitserklärung?

Der ACR ist ein technisches B2B-Dokument für Einkäufer und Compliance-Prüfer. Die Barrierefreiheitserklärung ist nach BFSG gesetzlich vorgeschrieben, richtet sich an Endnutzer und muss auf der Website veröffentlicht sein. Beide Dokumente ergänzen sich: Der ACR liefert die Grundlage, die Erklärung kommuniziert den Status nutzerzentriert.

Welche VPAT 2.5 Edition ist für deutsche Unternehmen relevant?

Für rein deutsche oder europäische Zielgruppen reicht die VPAT 2.5 EU-Edition, die auf EN 301 549 und WCAG 2.1 AA aufbaut. Für international tätige Unternehmen ist die VPAT 2.5 INT die beste Wahl, da sie alle Standards (Section 508, EN 301 549, WCAG 2.0 bis 2.2) in einem Dokument abdeckt und damit auch US-Kunden und globale Ausschreibungen bedient.

Wie hilft ein ACR bei öffentlichen Ausschreibungen 2026?

Öffentliche Auftraggeber verlangen zunehmend einen aktuellen ACR als Teil der Bieterunterlagen. Ohne ACR können Angebote für Software oder digitale Dienstleistungen abgelehnt werden. Auch private Großunternehmen integrieren ACR-Anforderungen in ihre IT-Beschaffungsrichtlinien, verstärkt durch das BFSG und die Marktüberwachungspflichten seit Juni 2025.

Kann NCA einen ACR für meine Website erstellen?

Ja. NCA führt den zugrundeliegenden Accessibility Audit mit kombinierter automatisierter und manueller Methodik durch, bewertet alle WCAG 2.1 oder WCAG 2.2 Kriterien nach VPAT 2.5 Standard und erstellt den fertigen ACR inklusive Barrierefreiheitserklärung. Vereinbaren Sie eine kostenlose Erstberatung unter roland@nevercodealone.de.

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