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- Erstellt:
- Aktualisiert:
- Autor:
- Roland Golla
Was sind die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG)?
WCAG mit NCA: Schnelle Hilfe vom Experten
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So sind die WCAG aufgebaut
- Prinzipien: Vier Grundideen bilden das Dach. Inhalte müssen wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust sein.
- Richtlinien: Unter den Prinzipien stehen 13 Richtlinien, etwa Textalternativen, Tastaturbedienung oder Lesbarkeit.
- Erfolgskriterien: Jede Richtlinie hat prüfbare Kriterien mit Nummer, zum Beispiel 1.4.3 Kontrast (Minimum). Nur diese Kriterien zählen für die Konformität.
- Techniken: Das W3C beschreibt dazu Techniken und typische Fehler. Sie zeigen, wie ein Kriterium in HTML, CSS oder ARIA erfüllt wird.
Die vier Prinzipien der WCAG: POUR
Konformitätsstufen A, AA und AAA
- Stufe A: Die Grundlage. Ohne diese Kriterien sind Inhalte für manche Menschen gar nicht nutzbar, etwa ohne Textalternativen oder ohne Tastaturbedienung.
- Stufe AA: Der Standard für Gesetze und Normen. Hier kommen unter anderem Mindestkontraste, sichtbarer Fokus und eine Mindestgröße für Klickziele dazu.
- Stufe AAA: Die höchste Stufe mit strengen Anforderungen wie Gebärdensprache für Videos. Das W3C empfiehlt AAA nicht als Pflicht für ganze Websites, weil sich nicht jeder Inhalt so umsetzen lässt.
WCAG Versionen: Von 2.0 bis 3.0
WCAG Versionen im Überblick
Neu in WCAG 2.2: Die neun Erfolgskriterien
- 2.4.11 Fokus nicht verdeckt, Minimum (AA): Sticky Header, Cookie Banner oder Chat Widgets dürfen das fokussierte Element nicht komplett verdecken.
- 2.5.7 Ziehbewegungen (AA): Wer Drag and Drop anbietet, braucht eine Alternative mit einfachem Klick oder Tippen.
- 2.5.8 Zielgröße, Minimum (AA): Klickziele brauchen mindestens 24 mal 24 CSS Pixel oder genug Abstand zu Nachbarn.
- 3.2.6 Konsistente Hilfe (A): Hilfe wie Kontakt oder Chat steht auf allen Seiten an derselben Stelle.
- 3.3.7 Redundante Eingabe (A): Schon eingegebene Daten werden im selben Prozess nicht erneut abgefragt.
- 3.3.8 Barrierefreie Authentifizierung, Minimum (AA): Anmelden klappt ohne Rätsel oder Gedächtnistest. Passwort Manager und Einfügen müssen funktionieren.
WCAG, EN 301 549, BFSG und BITV: So hängt alles zusammen
- European Accessibility Act: Der European Accessibility Act (EAA) verlangt barrierefreie Produkte und Dienstleistungen in der EU.
- BFSG: Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz setzt den EAA in Deutschland um, etwa für Onlineshops, Banking und Buchungsstrecken.
- BITV 2.0: Sie regelt die Barrierefreiheit für öffentliche Stellen des Bundes.
- EN 301 549: Die harmonisierte europäische Norm liefert die technischen Anforderungen. Für Webinhalte verweist sie direkt auf die WCAG Kriterien der Stufen A und AA.
WCAG prüfen: Automatisiert und von Hand
describe('Barrierefreiheit Startseite', () => {
it('hat keine Verstöße gegen WCAG 2.2 AA', () => {
cy.visit('/')
cy.injectAxe()
cy.checkA11y(null, {
runOnly: {
type: 'tag',
values: ['wcag2a', 'wcag2aa', 'wcag21a', 'wcag21aa', 'wcag22aa']
}
})
})
})
WCAG 3.0: Was kommt und was bleibt
Typische WCAG Fehler und wie ihr sie vermeidet
- Zu wenig Kontrast: Graue Schrift auf weißem Grund sieht edel aus, fällt aber durch 1.4.3. Hilfe gibt der Artikel zu Color Accessibility.
- Fehlende Alternativtexte: Bilder ohne alt Attribut oder mit Dateinamen als Text verletzen 1.1.1.
- Unsichtbarer Fokus: Ein globales outline none im CSS macht die Tastaturbedienung zum Blindflug.
- Formulare ohne Label: Platzhalter ersetzen keine Beschriftung. Screenreader brauchen ein echtes label Element.
- Kaputte Überschriften: Überschriften nach Optik statt nach Struktur verwirren Screenreader Nutzer. Mehr dazu unter barrierefreie Headlines.
- Div statt Button: Klickbare div Elemente sind per Tastatur nicht erreichbar. Ein echtes button Element löst das ohne ARIA.
Access by everyone regardless of disability is an essential aspect.
Die besten Accessibility Testing Tools 2026 im Überblick: axe core, Pa11y und cypress axe in vier Ebenen von Shift Left bis zur CI Pipeline.
Mehr erfahrenWCAG in NCA Projekten
Wir sind hier, um Ihnen zu helfen. Gemeinsam meistern wir Ihre digitalen Herausforderungen und fördern die Inklusion im Internet. Lassen Sie uns Ihre Projekte mit barrierefreiem Webdesign erfolgreich machen.
Häufige Fragen zu WCAG
Maßgeblich ist 2026 WCAG 2.2 auf Stufe AA. Das W3C führt WCAG 2.2 als aktuelle Empfehlung, und die neue EN 301 549 in Version 4.1.1 übernimmt sie für Europa. Rechtlich gilt bis zur Nennung der neuen Norm im EU Amtsblatt noch WCAG 2.1 AA über die ältere Version 3.2.1. Wer gegen WCAG 2.2 AA testet, erfüllt beide Stände.
Indirekt ja. Das BFSG verlangt barrierefreie Onlineshops und digitale Dienstleistungen für Verbraucher. Technisch gemessen wird das an der EN 301 549, die für Webinhalte auf die WCAG Stufen A und AA verweist. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind ausgenommen. Mit WCAG 2.2 AA seid ihr auch dann auf der sicheren Seite, wenn die neue Norm verbindlich wird.
Nein, eine Umstellung ist 2026 nicht nötig. WCAG 3.0 ist ein Working Draft des W3C und in keinem Gesetz gefordert. Bis zur fertigen Empfehlung rechnet das W3C mit mehreren Jahren, und WCAG 2.x wird danach nicht zurückgezogen. Wer jetzt WCAG 2.2 AA umsetzt, schafft laut aktuellem Entwurf die Basis für den Großteil der künftigen Mindestanforderungen.
Die EN 301 549 in Version 4.1.1 stellt von WCAG 2.1 auf WCAG 2.2 um. Damit kommen sechs Kriterien der Stufen A und AA dazu, etwa zur Größe von Klickzielen, zum verdeckten Fokus und zur barrierefreien Anmeldung. Das Kriterium 4.1.1 Parsing entfällt. Neu ist außerdem ein Anhang, der die Anforderungen direkt dem European Accessibility Act zuordnet.
Für den automatisierten Teil haben sich 2026 axe core, cypress-axe, Pa11y und Lighthouse bewährt. Sie finden technische Fehler wie fehlende Labels oder zu wenig Kontrast. Eine vollständige Prüfung ersetzen sie nicht. Tastaturtests, Screenreader wie NVDA oder VoiceOver und ein menschliches Review bleiben nötig, weil viele Kriterien ein inhaltliches Urteil verlangen.
AA ist die mittlere der drei Konformitätsstufen und der Standard für Gesetze und Normen. Eine Seite erfüllt AA, wenn sie alle Kriterien der Stufen A und AA einhält. Dazu gehören unter anderem ein Kontrast von mindestens 4,5 zu 1 für normalen Text, ein sichtbarer Fokus und eine vollständige Bedienung per Tastatur.
POUR steht für die vier Prinzipien der WCAG: Perceivable, Operable, Understandable und Robust. Auf Deutsch heißen sie wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust. Jedes Erfolgskriterium gehört zu genau einem dieser Prinzipien. Das hilft bei der Fehlersuche, weil sich jede Barriere einer klaren Grundidee zuordnen lässt.
Nein, in der Regel nicht. Weder BFSG noch EN 301 549 verlangen Stufe AAA. Auch das W3C rät davon ab, AAA als Pflicht für ganze Websites festzulegen, weil manche Inhalte diese Kriterien gar nicht erfüllen können. Einzelne AAA Kriterien wie ein besonders gut sichtbarer Fokus lohnen sich trotzdem für viele Projekte.
Die WCAG sind eine internationale Empfehlung des W3C. Die BITV 2.0 ist eine deutsche Verordnung für öffentliche Stellen des Bundes. Sie schreibt Behörden Barrierefreiheit vor und verweist technisch auf die EN 301 549 und damit auf die WCAG. Die WCAG liefern also die Prüfkriterien, die BITV liefert die Pflicht.
Ja. Die WCAG sind technikneutral formuliert und gelten für alle Webinhalte, auch für PDF Dateien auf einer Website. Die EN 301 549 überträgt die Kriterien zusätzlich auf Dokumente außerhalb des Webs und auf Software wie native Apps. Für PDFs kommt der Standard PDF/UA hinzu, damit Screenreader die Struktur korrekt lesen.
WCAG 2.2 hat 86 Erfolgskriterien. Neun davon sind gegenüber WCAG 2.1 neu, das Kriterium 4.1.1 Parsing ist entfallen. Die Kriterien verteilen sich auf 13 Richtlinien unter den vier Prinzipien. Für die gängige Konformität auf Stufe AA zählen nur die Kriterien der Stufen A und AA, nicht die AAA Kriterien.
Nein. Overlays sind Skripte, die eine Website nachträglich per JavaScript anpassen. Sie beheben keine Fehler im Quellcode und können assistive Technologien sogar stören. WCAG Konformität entsteht nur im Code selbst: mit Semantic HTML, korrekten Labels, ausreichendem Kontrast und sauberer Tastaturbedienung. Das gilt genauso für die Anforderungen aus dem BFSG.
Am besten bei jeder Änderung. Automatisierte Tests mit cypress-axe oder Pa11y laufen in der CI Pipeline bei jedem Pull Request. Ein manueller Test mit Tastatur und Screenreader lohnt sich bei neuen Komponenten und größeren Releases. Ein vollständiges Audit ist sinnvoll, wenn sich Design, Framework oder rechtliche Anforderungen deutlich ändern.