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- Erstellt:
- Aktualisiert:
- Autor:
- Roland Golla
Was sind offene Beschriftungen (Open Captions)?
Offene Beschriftungen, englisch Open Captions, sind Untertitel, die fest in das Videobild eingebrannt sind. Sie sind immer sichtbar und lassen sich nicht ausschalten. Im Gegensatz zu Closed Captions brauchen sie keine Untertiteldatei und keinen Player, der sie anzeigt.
Jeder kennt die Situation: Im Zug, im Wartezimmer oder abends neben dem schlafenden Kind läuft ein Video ohne Ton. Mit Open Captions versteht man trotzdem alles. Für gehörlose und schwerhörige Menschen ist das keine Ausnahme, sondern der Normalfall.
Open Captions erfüllen die Untertitel Anforderungen der WCAG 2.2 genauso wie zuschaltbare Untertitel. Sie haben aber eigene Stärken und Schwächen, die man kennen sollte, bevor man sich entscheidet.
Videos für Social Media und Website untertiteln: NCA hilft
Wir produzieren bei NCA selbst regelmäßig kurze Videos für YouTube und kennen die Frage aus erster Hand: Untertitel einbrennen oder als Datei mitliefern? Die Antwort hängt davon ab, wo das Video läuft. Im Social Feed sind eingebrannte Untertitel oft der einzige Weg, auf der eigenen Website ist eine zuschaltbare Spur meist besser.
Wir helfen Teams, einen Workflow aufzusetzen, der beides aus einer Quelle erzeugt: eine geprüfte Untertiteldatei für den Player und eine eingebrannte Fassung für Social Media. Für die Erkennung nutzen wir lokale Sprachmodelle über Ollama, die Korrektur bleibt beim Menschen. Auf der Website binden wir Videos mit sauberen Untertiteln für Hörgeschädigte ein, ergänzen bei Bedarf Audiodeskription und prüfen den Player auf Tastaturbedienung. Wer Videos in Deutscher Gebärdensprache anbietet, bekommt die passende Einbindung dazu. Grundlage ist unsere Arbeit im barrierefreien Webdesign.
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Eingebrannt oder zuschaltbar: Was der Unterschied im Alltag bedeutet
Beide Formen zeigen denselben Text. Für die Menschen vor dem Bildschirm fühlen sie sich trotzdem sehr unterschiedlich an:
- Immer da oder auf Wunsch: Open Captions sieht jeder, ob er will oder nicht. Closed Captions schaltet jeder selbst ein.
- Funktioniert überall oder nur im Player: Eingebrannte Untertitel laufen in jeder App, jedem Messenger und jedem Feed. Zuschaltbare brauchen einen Player, der die Datei unterstützt.
- Fest oder anpassbar: Bei Closed Captions können Nutzer Größe, Farbe und Hintergrund ändern. Open Captions bleiben, wie sie gestaltet wurden.
- Eine Sprache oder viele: Ein Video mit eingebranntem Deutsch bleibt deutsch. Zuschaltbare Spuren lassen sich in beliebig vielen Sprachen ergänzen.
- Bild oder Text: Eingebrannte Untertitel sind Pixel. Suchmaschinen, Screenreader und Braillezeilen können sie nicht lesen. Eine Untertiteldatei ist durchsuchbarer Text.
Die Faustregel daraus: Open Captions für Orte, an denen niemand einen Untertitel Knopf sucht. Closed Captions überall dort, wo ihr den Player selbst in der Hand habt.
Was eingebrannte Untertitel leisten müssen, damit sie zählen
Die WCAG unterscheiden nicht, ob Untertitel offen oder geschlossen sind. Sie verlangen, dass sie vorhanden und vollständig sind:
- 1.2.2 Untertitel, aufgezeichnet (A): Für aufgezeichnete Videos mit Ton braucht es Untertitel. Open Captions erfüllen das.
- 1.2.4 Untertitel, live (AA): Auch Livestreams brauchen Untertitel, hier meist live eingeblendet.
- 1.4.3 Kontrast (AA): Eingebrannter Text muss gut lesbar sein. Ein dunkler, halbtransparenter Kasten hinter heller Schrift funktioniert auf jedem Hintergrund.
Untertitel für gehörlose Menschen enthalten mehr als das Gesprochene. Dazu gehören, wer spricht, und wichtige Geräusche wie Klingeln, Lachen oder Musik. Ein Text, der nur die Worte zeigt, ist ein Transkript im Bild, aber noch kein vollständiger Untertitel.
Gestaltung, die hilft: höchstens zwei Zeilen, genug Abstand zum Bildrand, damit Bedienelemente der Apps nichts verdecken, und eine Anzeigedauer, die zum Lesen reicht.
Vom stummen Clip zum Video für alle
Untertitel sind kein Entweder oder. Die meisten Teams starten mit automatischen Untertiteln und arbeiten sich zu einem Workflow vor, der beide Varianten aus einer geprüften Quelle erzeugt.
Untertitel Workflow für Video Teams
Eine Untertiteldatei, zwei Ausgaben
Die Quelle: eine geprüfte Untertiteldatei. Im SRT Format stehen Zeitstempel und Text. Geräusche und Sprecher kommen in eckige Klammern.
1
00:00:00,500 --> 00:00:03,200
[Musik]
Willkommen bei Never Code Alone.
2
00:00:03,400 --> 00:00:06,800
ROLAND: Heute geht es um Untertitel,
die wirklich jeder versteht.
Ausgabe eins: eingebrannt für Social Media. Mit ffmpeg wird die Datei ins Bild gerendert. Der halbtransparente Kasten sorgt für Kontrast auf jedem Hintergrund, der Abstand nach unten hält die Untertitel frei von App Bedienelementen.
ffmpeg -i video.mp4 \
-vf "subtitles=untertitel.srt:force_style='FontSize=22,BorderStyle=3,BackColour=&H80000000,MarginV=60'" \
-c:a copy video-open-captions.mp4
Ausgabe zwei: zuschaltbar auf der Website. Für den HTML Player wird dieselbe Datei als WebVTT eingebunden. Nutzer können sie ein und ausschalten und die Darstellung anpassen.
ffmpeg -i untertitel.srt untertitel.vtt
<video controls src="video.mp4">
<track kind="captions" src="untertitel.vtt" srclang="de" label="Deutsch" default>
</video>
Prüfen, dass kein Video ohne Untertitel online geht. Der Cypress Test findet Videos auf der Website, die weder eine Untertitelspur haben noch als eingebrannt markiert sind.
describe('Videos mit Untertiteln', () => {
it('jedes Video hat eine Spur oder eingebrannte Untertitel', () => {
cy.visit('/videos')
cy.get('video').each(($video) => {
const hasTrack = $video.find('track[kind=captions]').length > 0
const hasOpenCaptions = $video.attr('data-open-captions') === 'true'
expect(hasTrack || hasOpenCaptions, $video.attr('src')).to.be.true
})
})
})
Wenn eingebrannter Text mehr verdeckt als hilft
- Weiße Schrift auf hellem Himmel. Ohne Hintergrundkasten verschwindet der Text, sobald das Bild hell wird.
- Untertitel unter den App Buttons. Like Button, Kommentarleiste und Profilname liegen über dem unteren Bildrand und verdecken die Zeile.
- Ein Wort pro Einblendung. Hüpfende Einzelwörter sehen dynamisch aus, sind für langsame Leser aber kaum zu verfolgen.
- Automatisch und ungeprüft. Aus Fachbegriffen und Namen werden falsche Wörter, die dann für immer im Video stehen.
- Doppelte Untertitel. Ein Video mit eingebrannten Untertiteln bekommt zusätzlich automatische Plattform Untertitel. Zwei Textzeilen überlagern sich.
- Kein Text für Geräusche. Die Pointe steckt in einem Geräusch, das im Untertitel fehlt.
Captions are a marketing tool.
Untertitel für Hörgeschädigte 2026: Closed Captions nach WCAG 2.2, Unterschied zu Subtitles, WebVTT im HTML Video und KI Untertitel richtig prüfen.
Mehr erfahrenErst ohne Ton anschauen, dann veröffentlichen
Der beste Test für ein Video mit Open Captions dauert genau so lang wie das Video: einmal komplett ohne Ton anschauen, auf dem Smartphone, im Hochformat, in der App, in der es später läuft. Wer dabei etwas nicht versteht, hat eine Lücke gefunden. Wer etwas nicht lesen kann, weil ein Button darüber liegt, auch.
Open Captions sind ein Baustein in einem größeren Bild. Die zuschaltbare Variante mit WebVTT erklärt die Seite zu Untertiteln für Hörgeschädigte, was blinde Menschen brauchen, steht bei der Audiodeskription. Warum Text in Bildern grundsätzlich heikel ist, zeigt die Seite zu Nicht-Text-Inhalten.
Für gut lesbare Untertitel helfen ein starker Farbkontrast und klare Schriftarten. Einfache Formulierungen nach den Ideen der Leichten und Einfachen Sprache machen Untertitel schneller lesbar.
Wir sind hier, um Ihnen zu helfen. Gemeinsam meistern wir Ihre digitalen Herausforderungen und fördern die Inklusion im Internet. Lassen Sie uns Ihre Projekte mit barrierefreiem Webdesign erfolgreich machen.
Häufige Fragen zu Open Captions
Eingebrannte Untertitel, Social Media, WCAG und Werkzeuge: die wichtigsten Antworten für Video Teams.
Open Captions sind Untertitel, die fest in das Videobild eingebrannt sind. Sie sind immer sichtbar, brauchen keine eigene Datei und funktionieren in jeder App und jedem Player. 2026 werden sie vor allem für Social Media Videos genutzt, die oft ohne Ton abgespielt werden. Für Menschen mit Hörbehinderung machen sie Videos überhaupt erst verständlich.
Open Captions sind eingebrannt und immer sichtbar. Closed Captions liegen als eigene Datei vor und werden im Player ein und ausgeschaltet. Closed Captions lassen sich in Größe und Farbe anpassen, übersetzen und durchsuchen. Open Captions laufen dafür überall. 2026 nutzen viele Teams beide Varianten aus einer gemeinsamen Quelle.
Ja. Die Kriterien 1.2.2 für aufgezeichnete und 1.2.4 für Live Videos verlangen Untertitel, legen aber nicht fest, ob sie offen oder zuschaltbar sein müssen. Entscheidend ist, dass sie vollständig, synchron und gut lesbar sind. Für die Lesbarkeit gilt 2026 zusätzlich der Kontrast nach Kriterium 1.4.3.
Viele Schnittprogramme und Social Media Apps können Untertitel automatisch erzeugen und einbrennen. Für wiederholbare Workflows bietet sich ffmpeg an, das eine geprüfte Untertiteldatei ins Bild rendert. KI Spracherkennung kann 2026 auch lokal laufen, etwa über Ollama. Wichtig ist bei allen Werkzeugen die menschliche Korrektur vor der Veröffentlichung.
In den meisten Fällen nicht. Automatische Untertitel sind 2026 deutlich besser geworden, scheitern aber weiterhin an Namen, Fachbegriffen, Dialekten und Satzzeichen. Geräusche und Sprecherwechsel fehlen oft ganz. Bei Open Captions ist das besonders ärgerlich, weil Fehler fest im Video stehen und sich später nicht mehr korrigieren lassen.
Überall dort, wo ihr den Player selbst kontrolliert, etwa auf der eigenen Website. Dort können Nutzer Untertitel anpassen, Sprachen wählen und den Text auch mit Screenreader oder Braillezeile nutzen. Suchmaschinen können eine Untertiteldatei außerdem auslesen. Eingebrannter Text bleibt dagegen nur ein Bild.
Bewährt haben sich helle Schrift auf einem halbtransparenten dunklen Kasten, eine gut lesbare serifenlose Schrift und höchstens zwei Zeilen. Die Untertitel sollten genug Abstand zum unteren Bildrand haben, weil dort viele Apps ihre Bedienelemente einblenden. Jede Einblendung braucht genug Zeit zum Lesen.
Ja. Untertitel für gehörlose Menschen enthalten neben dem Gesprochenen auch wichtige Geräusche wie Lachen, Klingeln oder Musik und kennzeichnen, wer spricht. Üblich sind eckige Klammern, etwa Musik oder Telefon klingelt. Fehlen diese Angaben, gehen Stimmung und manchmal die Pointe verloren.
Nur mit einer eigenen Videodatei pro Sprache, weil der Text fest im Bild steht. Für mehrsprachige Angebote sind zuschaltbare Untertitel deshalb meist praktischer. Ein guter Weg ist, für Social Media je Zielsprache eine eingebrannte Fassung zu erzeugen und auf der Website eine Datei pro Sprache bereitzustellen.
Ja, sehr vielen. Wer in der Bahn, im Büro oder abends ohne Ton schaut, versteht das Video trotzdem. Menschen, die Deutsch lernen, lesen mit und verstehen mehr. Auch bei schlechter Tonqualität oder starkem Akzent helfen Untertitel. Darum sehen viele Teams sie nicht nur als Pflicht, sondern als Reichweitenhebel.
Ja, wenn die Untertitel live ins Bild gerendert werden, etwa über eine Streaming Software mit Spracherkennung oder durch eine Live Schriftdolmetschung. Die Qualität hängt stark von der Erkennung ab. Für wichtige Livestreams lohnt sich eine menschliche Schriftdolmetschung, die Fachbegriffe und Namen sicher beherrscht.
Wenn ein Video bereits eingebrannte Untertitel hat, solltet ihr die automatischen Untertitel der Plattform für dieses Video deaktivieren, sofern die Plattform das erlaubt. Sonst erscheinen zwei Textzeilen übereinander. Alternativ ladet ihr das Video ohne eingebrannten Text hoch und liefert eine geprüfte Untertiteldatei mit.