Inter: Open Source Schriftart für Accessibility
Inter ist die meistgenutzte Open Source Schriftart für moderne Web UIs. Hohe x Höhe, variable Gewichte und WCAG konforme Lesbarkeit auf allen Screens.
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Barrierefreie Schriftarten sind Fonts, die so gestaltet sind, dass Texte für möglichst viele Menschen gut lesbar bleiben, auch bei Sehbehinderung, Leseschwäche oder kognitiven Einschränkungen. Sie zeichnen sich durch klar unterscheidbare Buchstabenformen, ausreichende Strichstärke, großzügige Laufweite und offene Innenräume aus. Auf Bildschirmen erfüllen vor allem serifenlose Schriften wie Inter, Atkinson Hyperlegible Next, Lexend, Open Sans oder Source Sans 3 diese Kriterien.
Für barrierefreies Webdesign reicht die Wahl einer guten Schrift allein nicht aus. Erst die Kombination aus passender Schriftart, ausreichendem Farbkontrast, relativen Schriftgrößen und einer logischen Lesereihenfolge macht eine Website wirklich zugänglich. Wer die Anforderungen aus WCAG 2.2 erfüllt, deckt damit auch die typografischen Pflichten aus dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ab, das seit Juni 2025 für viele B2C Angebote gilt.
Seit der Veröffentlichung von Atkinson Hyperlegible Next im Februar 2025 und der breiten Verbreitung von Inter als UI Standard hat sich der Markt für Open Source Accessibility Fonts spürbar professionalisiert. Wir zeigen in diesem Glossareintrag, welche Schriftarten für welchen Use Case wirklich passen und welche Best Practices sich in NCA Beratungsprojekten bewährt haben.
NCA arbeitet seit Jahren an barrierefreien Webprojekten für Kunden aus Industrie, Mittelstand und Public Sector. Typografie ist dabei ein wiederkehrender Hebel: In der überwiegenden Mehrheit der Audits, die wir nach Inkrafttreten des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes 2025 durchgeführt haben, war die Schriftwahl oder Schriftgrößen Skalierung Teil der Mängelliste. Wir kennen den Unterschied zwischen einer Schrift, die im Designtool gut aussieht, und einer Schrift, die unter realen Screenreader und Zoom Bedingungen funktioniert.
Wenn ihr eure Website auf WCAG 2.2 und BFSG ausrichten wollt, unterstützen wir an der Schnittstelle aus barrierefreiem Webdesign und Frontend Engineering. Wir helfen bei der Schriftauswahl im Kontext eures Design Systems, prüfen Lesbarkeit und Farbkontraste, bauen relative Schriftgrößen sauber in CSS ein und automatisieren das Testing mit axe DevTools und Cypress. Für strategische Fragen rund um BFSG Compliance, Lighthouse Audits und Accessibility Testing bringen wir Erfahrung aus zahlreichen Projekten ein.
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Was soll entstehen?
Schrift transportiert auf Websites zwischen 80 und 95 Prozent aller Informationen. Wer hier eine schlecht lesbare Schrift wählt, verliert Nutzer schon bevor das Design irgendetwas anderes leisten kann. Für Menschen mit Sehbehinderung, Legasthenie, ADHS oder altersbedingter Makuladegeneration entscheidet die Schriftwahl darüber, ob Inhalte zugänglich sind oder nicht.
Die Web Content Accessibility Guidelines formulieren keine festen Vorgaben für eine konkrete Schriftart. Sie stellen aber klare Anforderungen an Kontrast, Skalierbarkeit auf 200 Prozent ohne horizontales Scrollen und an die Anpassbarkeit von Zeilenabständen und Buchstabenabständen. Das schließt indirekt viele schlecht gestaltete Custom Fonts aus, weil sie diese Anforderungen nicht erfüllen.
Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ist Barrierefreiheit für viele B2C Anbieter seit dem 28. Juni 2025 verpflichtend. Wer einen Onlineshop, eine Banking App, eine Buchungsplattform oder ein E Book Angebot betreibt, muss Texte so darstellen, dass sie von Screenreadern, Zoom Software und alternativen Eingabegeräten verarbeitet werden können. Die Schriftwahl ist dabei einer der ersten Hebel im Accessibility Audit.
Eine Schrift gilt nicht automatisch als barrierefrei, nur weil sie serifenlos ist. Atkinson Hyperlegible Next, Inter und Lexend setzen sich gegen andere Sans Serif Schriften deshalb durch, weil sie eine Reihe konkreter Designentscheidungen treffen, die in der Forschung zur Schriftlesbarkeit als wirksam belegt sind.
Wer diese Kriterien an die Auswahl anlegt, landet automatisch bei einer überschaubaren Menge an wirklich geeigneten Schriften. Daran orientieren wir uns auch in unseren Accessibility Webdesign Projekten.
Auf Basis aktueller Releases und unserer Bewertung in Beratungsprojekten ergibt sich für 2026 ein klares Bild. Diese Open Source Schriften sind alle SIL OFL lizenziert, kostenlos nutzbar und für Self Hosting geeignet.
Mit Serifenschriften lässt sich ebenfalls barrierefreies Design realisieren. Georgia, Merriweather und Source Serif 4 sind belastbare Optionen, wenn ihr aus inhaltlichen Gründen eine Serifenschrift braucht, etwa für Magazinprojekte oder lange Fließtexte.
Im Februar 2025 hat das Braille Institute zusammen mit Applied Design die zweite Generation der Atkinson Hyperlegible Familie veröffentlicht. Die Schrift wurde von zwei auf sieben Gewichte erweitert, unterstützt jetzt 150 statt 27 Sprachen, gibt es als Variable Font und als Monospace Variante für Code Editoren. Das macht sie zur ersten echten Accessibility Schrift, die auch für anspruchsvolles UI Design taugt.
Der Designansatz unterscheidet sich von klassischen Sans Serif Schriften deutlich. Atkinson Hyperlegible bricht bewusst mit typografischer Uniformität und macht jede Glyphe maximal unterscheidbar. Konsequenzen dieser Designentscheidungen:
Wer eine Website für Healthcare, Versicherungen, öffentliche Verwaltung oder Banking baut, also Branchen mit überdurchschnittlichem Anteil älterer Nutzer, sollte Atkinson Hyperlegible Next ernsthaft prüfen. Die Schrift ist über Google Fonts, das Braille Institute und als selbstgehostete Variante kostenlos verfügbar.
Schriftarten, die speziell für Menschen mit Legasthenie entwickelt wurden, polarisieren in der Fachwelt. Die populärste Vertreterin OpenDyslexic wird in der Praxis viel eingesetzt, etwa auf Kindle Geräten oder als Browser Extension, hat aber in Studien keinen messbar besseren Effekt als gut gestaltete Sans Serif Schriften erzielt. Die Studien von Rello und Baeza Yates 2013 sowie die Masterarbeit von Leeuw 2010 fanden keinen signifikanten Vorteil bei Lesezeit oder Augenfixierung.
Lexend hat eine andere Datenlage. Bonnie Shaver Troup und Thomas Jockin haben die Schrift 2018 auf Basis empirischer Forschung zur Reduktion visuellen Stresses entwickelt. Studien zur Lesegeschwindigkeit bei Schulkindern zeigen messbare Verbesserungen gegenüber Times New Roman, sowohl bei Wörtern pro Minute als auch beim Textverständnis. Lexend wird von Google Fonts gepflegt und in mehreren Varianten mit unterschiedlicher Laufweite angeboten.
Unsere Einordnung für NCA Beratungsprojekte:
Für die meisten kommerziellen Websites empfehlen wir, statt einer Spezialschrift eine sehr gut lesbare Standardschrift wie Inter oder Atkinson Hyperlegible Next zu wählen und parallel über Zoom und Anpassbarkeit der Schriftgröße auf individuelle Bedürfnisse einzugehen.
Die richtige Schriftwahl ist die halbe Miete. Die andere Hälfte entscheidet sich in der CSS Implementierung. Folgende Patterns haben sich in NCA Projekten bewährt:
Ein typisches CSS Setup für eine barrierefreie Website sieht so aus:
@font-face {
font-family: 'Atkinson Hyperlegible Next';
src: url('/fonts/atkinson-hyperlegible-next.woff2') format('woff2-variations');
font-weight: 200 800;
font-style: normal;
font-display: swap;
}
:root {
--font-body: 'Atkinson Hyperlegible Next', system-ui, sans-serif;
--line-height-base: 1.6;
--measure: 65ch;
}
body {
font-family: var(--font-body);
font-size: 1rem;
line-height: var(--line-height-base);
text-align: left;
}
main p {
max-width: var(--measure);
}
Wer das in einem bestehenden Frontend professionell einbauen will, profitiert davon, das Setup in einem Design Token System zu pflegen. Wir helfen bei der Integration im Rahmen unseres Accessibility Webdesign Consultings und prüfen die Umsetzung mit Lighthouse Audits und automatisierten axe DevTools Tests in Cypress.
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz verweist für die technischen Anforderungen auf die harmonisierte Norm EN 301 549, die wiederum auf WCAG 2.1 Level AA aufbaut. Für Schriftarten ergeben sich daraus konkrete Pflichten, die seit dem 28. Juni 2025 für viele B2C Angebote rechtlich bindend sind.
Für Onlineshops, Banking, Versicherungen, E Book Reader, Buchungsplattformen und elektronische Kommunikationsdienste sind diese Anforderungen verpflichtend. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 100.000 Euro und Abmahnungen durch Verbände wie den BSK. Wir bieten Compliance Audits mit konkreter Mängelliste und priorisierter Roadmap, mit der Teams in 4 bis 12 Wochen BFSG ready werden.
Atkinson Hyperlegible Next represents a major leap forward in accessibility.
Inter ist die meistgenutzte Open Source Schriftart für moderne Web UIs. Hohe x Höhe, variable Gewichte und WCAG konforme Lesbarkeit auf allen Screens.
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Erfahre, was ein Farbkontrast-Rechner ist, warum er für barrierefreies Design entscheidend ist und wie Du ihn nutzt, um die Lesbarkeit Deiner Inhalte zu optimieren.
Mehr erfahrenSeit dem Inkrafttreten des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes im Juni 2025 haben wir zahlreiche Compliance Audits durchgeführt. Drei Muster begegnen uns dabei immer wieder, und sie betreffen alle die Typografie.
Muster 1: Hipster Custom Fonts ohne Accessibility Prüfung. Designer wählen eine geometrische Display Schrift wie Avenir Next, Futura oder eine eigene Brand Font, weil sie im Moodboard gut aussieht. Im Produktiveinsatz scheitern diese Schriften an der Lesbarkeit bei kleinen Größen, fehlenden Gewichten oder mangelhafter Glyphen Unterscheidung. Unsere Empfehlung: Display Schriften nur in Headlines einsetzen, für Body Text eine geprüfte Schrift wie Inter, Atkinson Hyperlegible Next oder Source Sans 3.
Muster 2: Feste Pixelgrößen statt rem. Wir sehen häufig CSS mit font size in Pixeln gesetzt, oft 14 Pixel für Body Text. Browser Zoom funktioniert dadurch zwar noch, aber die System Font Size Einstellungen vieler Nutzer werden ignoriert. Das verstößt direkt gegen WCAG 1.4.4. Die Lösung ist trivial: rem oder em als Einheit, 16 Pixel Mindestgröße im Body.
Muster 3: Schlechte Schriftdarstellung im Print Stylesheet. Wer barrierefrei denkt, denkt auch an Print Layouts. Nutzer mit Sehbehinderung drucken Seiten häufig aus, um sie offline mit Lupe zu lesen. Die meisten Print Stylesheets ignorieren das. Unsere Empfehlung: Im print Media Query Serifen oder mindestens 12pt Schriftgröße verwenden, Hintergrundfarben entfernen und ausreichende Kontraste sicherstellen.
In unseren Accessibility Beratungsprojekten arbeiten wir die Schriftthemen typischerweise in der ersten Sprintwoche ab. Das geht schnell, hat aber massiven Effekt auf die spätere Lesbarkeit. Wer Hilfe bei der Umstellung braucht, kann sich an uns wenden. Wir haben Erfahrung mit CSS Refactorings, Design Token Migration und der Integration in Cypress Accessibility Tests.
Wir sind hier, um Ihnen zu helfen. Gemeinsam meistern wir Ihre digitalen Herausforderungen und fördern die Inklusion im Internet. Lassen Sie uns Ihre Projekte mit barrierefreiem Webdesign erfolgreich machen.
Hier findet ihr die wichtigsten Fragen rund um barrierefreie Schriftarten, BFSG Compliance, technische Umsetzung und Tool Empfehlungen, gebündelt aus typischen Fragen unserer Beratungsprojekte.
2026 setzt sich Atkinson Hyperlegible Next als professionelle Accessibility Schrift durch, weil sie Low Vision optimiert und gleichzeitig UI tauglich ist. Inter bleibt der Standard für Web Apps. Für Plattformen mit hohem Anteil leseschwacher Nutzer ist Lexend die belastbare Wahl.
Ja, Atkinson Hyperlegible Next erfüllt alle typografischen WCAG 2.2 AA Anforderungen und damit auch die Schriftvorgaben aus dem BFSG. Die Schrift ist Variable Font, skaliert sauber auf 200 Prozent und hat eine optimierte Glyphenunterscheidung.
Die WCAG 2.2 schreibt keine feste Pixelgröße vor, sondern fordert Skalierbarkeit auf 200 Prozent ohne Verluste. In der Praxis hat sich 16 Pixel beziehungsweise 1rem als Body Text Mindestgröße etabliert. Kleinere Texte ab 14 Pixel sind für sekundäre Inhalte vertretbar.
Atkinson Hyperlegible Next, Inter, Lexend, Source Sans 3, Open Sans und Roboto Flex sind alle unter SIL Open Font License veröffentlicht und können von der eigenen Domain ausgeliefert werden. Das ist die DSGVO konforme Alternative zu Google Fonts CDN.
Ja, wenn sie die WCAG Kriterien erfüllen. Die meisten Brand Fonts wurden allerdings nicht mit Accessibility im Fokus designed. Wir empfehlen, eine Accessibility geprüfte Schrift als Body Text Default zu setzen und Brand Fonts auf Headlines und Display Anwendungen zu beschränken.
Die Studienlage ist widersprüchlich. Rello und Baeza Yates 2013 sowie Leeuw 2010 fanden keinen signifikanten Vorteil gegenüber Standardschriften. OpenDyslexic ist als optionale Schriftumstellung sinnvoll, aber nicht als Default für eine ganze Website empfehlenswert. Lexend hat eine bessere Datenlage.
Die Next Variante hat sieben statt zwei Gewichte, unterstützt 150 statt 27 Sprachen, gibt es als Variable Font und als Monospace Variante. Designtechnisch wurden Ober und Unterlängen optimiert und die Lesbarkeit bei kleinen Größen verbessert.
Maximal zwei bis drei Schriften pro Website. Ideal ist oft eine einzige Schriftfamilie in verschiedenen Gewichten und Stilen. Mehrere Schriften erhöhen die Ladezeit, die Cognitive Load und das Risiko von Inkonsistenzen im Design System.
Eine entscheidende. Selbst die beste Schrift wird unlesbar bei Kontrastverhältnis unter 4.5 zu 1. Body Text gegenüber Hintergrund braucht mindestens 4.5 zu 1, große Schrift ab 18pt mindestens 3 zu 1. Mit einem Farbkontrast Rechner lässt sich das zuverlässig prüfen.
Ja in mehrfacher Hinsicht. Variable Fonts erlauben feinjustierbare Gewichte für unterschiedliche Lesebedürfnisse, reduzieren Ladezeiten durch eine einzige Datei statt mehrerer Gewichts Dateien und ermöglichen bessere Performance auf mobilen Geräten.
Eine Kombination aus automatisierten und manuellen Tests. axe DevTools und Lighthouse prüfen Kontrast und Skalierbarkeit automatisch. Manuell testet ihr mit Screenreader, Browser Zoom auf 200 Prozent und mit aktivierten WCAG 1.4.12 Textabstands Werten. Cypress Accessibility Tests automatisieren den Check in der CI.
Aus drei Gründen ja. Erstens DSGVO Konformität ohne IP Übertragung an US Server. Zweitens Performance Vorteile durch HTTP/2 Multiplexing über die eigene Domain. Drittens volle Kontrolle über Caching Strategien und Font Display Verhalten. Der Aufwand ist mit modernen Build Tools minimal.
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